Hintschläge, Hintlinien und moderne Hinthoroz Kampflinien

Regionale Entwicklung und Anpassung der Hintschläge

Im Laufe der Jahrhunderte entstanden in der Türkei verschiedene regionale Hintschläge, die sich den unterschiedlichsten geografischen Bedingungen anpassten. Diese Hintschläge wurden gezielt nach Kriterien wie Leistung, Gebrauchstüchtigkeit sowie den Vorlieben der Züchter hinsichtlich Farbe und Größe selektiert.

Die verschiedenen Hintschläge sind somit Hühner, die für den gleichen Zweck gezüchtet wurden, sich aber in ihrer Körperform den regionalen Gegebenheiten angepasst haben. In den jeweiligen Regionen entwickelten sich unterschiedliche Phänotypen. Zu den bekannten und erfolgreichen Typen zählen unter anderem der Istanbuler, die Balatali (Izmir) und der Adana-Hahn (Süd-/Ost-Typ). Diese alten Hintschläge verfügen über eine lange Tradition und sind häufig eng mit der Geschichte der jeweiligen Stadt oder Region verbunden.

 

Unterschiede zwischen alten und modernen Hintlinien

Die Unterscheidung zwischen den traditionellen Hintlinien und den modernen Kampflinien gestaltet sich schwierig, da die Übergänge fließend sind. Während in früheren Turnieren die reinen Hintlinien dominierten, sind heute die Leistungen der modernen, oft gekreuzten Linien meist überlegen.

Tiere der neueren Linien sind in der Lage, große Turniere zu gewinnen, und haben dadurch die reinen Hintlinien zunehmend verdrängt. Durch die gezielte Einkreuzung verschiedener Kampfhuhnrassen und Hintschläge können Züchter besonders leistungsfähige Kampflinien schaffen, deren genaue Zusammensetzung jedoch meist ein Geheimnis des jeweiligen Züchters bleibt.

Reinerbige Hinthoroz-Tiere sind in der Türkei selten, aber unverzichtbar, um einen modernen und siegreichen Hint Horoz für die Arena zu erhalten.

   Hinthoroz AH          Hinthoroz Istanbul

Zukunft und Bedeutung der Hintschläge

Ob die alten Hintschläge und Linien auch in Zukunft Bestand haben werden, ist ungewiss. Einerseits hat die Weiterentwicklung der Hintschläge in der Türkei nie aufgehört, andererseits wäre es bedauerlich, wenn dieses bedeutende Kulturgut, die reinen Hint Horoz, in ihrer heutigen Form in zehn oder zwanzig Jahren möglicherweise nicht mehr existiert.

 

Namensgebung der Hintlinien

Traditionelle Hintlinien erhielten oftmals ihren Namen nach ihrer geografischen Herkunft, wie beispielsweise die Adana- oder Istanbulerlinie. Neuere Linien werden hingegen gerne nach ihrem Kampfstil (z. B. Sarikamci = Gelbe Peitsche) oder ihrem Aussehen (z. B. Mavililer = die Blauen, Kerkenes = Turmfalke) benannt. Auch Bezeichnungen, die die Stärke der Tiere hervorheben (wie Apaçi = Apache), sind beliebt.

        Henne Istanbul                         Henne  aus Aserbaidschan

Moderne Hintlinien und ihre Besonderheiten

Die verschiedenen modernen Hintlinien, wie die Memoli (Antalya), Kerkenes (Izmir) und Mavililer, sind sowohl lokal als auch überregional für ihre spezielle Kampftechnik bekannt. Allerdings handelt es sich bei diesen meist nicht mehr um reinblütige Hintlinien, sondern um Kreuzungstiere, beispielsweise den Memolihint, in den die Shamo-Rasse eingekreuzt wurde.

Ob und in welchem Umfang Fremdrassen in die einzelnen Hintlinien eingekreuzt wurden, ist selbst für Experten schwer erkennbar. Die modernen Kampflinien entstehen mit dem alleinigen Ziel, in Turnieren siegreich zu sein. Entstehung und Herkunft einer Hintlinie liegen daher oft im Dunkeln, und erfolgreiche Züchter geben selten preis, ob und wie sie Fremdrassen eingekreuzt haben. Für die meisten Käufer und Besitzer ist dies jedoch nicht relevant – entscheidend ist, dass die Tiere in den Wettkämpfen erfolgreich sind und die eigene Zucht verbessern.

Beim Züchten von reinblütigen Hint sollte darauf geachtet werden, ausschließlich reinblütige Tiere zu verwenden und keine Tiere mit Fremdrassen einzukreuzen.

 

                                                Hahn Adana 6,5kg

1,0 Istanbul x Aserbaidschan

Danke an Ronny und Erol

 

Hinweis: Text ist von 2007 und in wie weit er noch aktuell ist, ob das Heutzutage noch so gehandhabt wird, kann ich heute  (2/2026) nicht mehr beurteilen.

Andi Haller