Peter aus Brasilien
Auch hier wieder ein Highlight unter den Kampfhuhnzüchter aus aller Welt: Peter aus Brasilien stellt hier seine Brasilianischen Kampfhühner vor.
Erst ein paar Fotos, nachstehend dann ein paar genaueren Infos von Peter zu seinen Brasilianischen Kampfhühnern (Gallos de combate).
Hier gehts zu den aktuellen Bildern der combatentes brasileiros do Peter do Brasil
Linien
Seit 17 Jahren züchte ich Kampfhühner und zwar Brasilianer und dies in Brasilien. Meine Ausgangstiere stammten von drei verschiedenen Züchtern, wobei sich jedoch bald herausstellte, dass nur die Tiere von einem der Züchter (Zé Carlos) wirklich durchgezüchtet waren. Vor allem mit den Hennen dieses Züchters habe ich meine Linie von Wildfarbigen (von weizen, bis goldhalsig, rebhuhn und schwarz) aufgebaut. Eine Eigentümlichkeit dieser Linie ist, dass einige Hennen einen Sporn am linken Lauf ausbilden.
Zwei Mal habe ich Tiere aus andern Linien in diesen Stamm eingekreuzt. Vor sechs Jahren war dies eine schwarze Henne mit einem beinahe weissen Perlauge, die ich als Thailänderin geschenkt bekommen habe und sich als Spitzenvererberin herausgestellt hat (Taktik und Schnelligkeit). Schliesslich vor etwa vier Jahren hat mir ein befreundeter Polizist einen jungen Hahn, der bei einem der auch hier illegalen Hahnenkämpfe beschlagnamt worden war, gebracht. Obwohl er für meinen Geschmack etwas zu massig war, habe ich ihn an eine Vielzahl meiner Hennen gepaart. Er packt und hält wie eine Bulldogge und kann was einstecken. Seine Masse hat er nur an die Töchter weitergegeben.
Vor zehn Jahren habe ich von einem ältern Herrn, dem ich ein paar Jungtiere geschenkt hatte, einen jungen, dunkelblauen Hahn aus dem Süden vom Bundesstaat Minas Gerais geschenkt bekommen. Dieser Mann bezeichnete die „Rasse“ des Hahns als Schlangenkopf und wirklich behielt er auch als erwachsener Hahn seinen feinen eher länglichen Kopf. Dieser Hahn war ein schneller Sporenkämpfer und hat sich selten festgebissen, ist dafür aber aus sämtlichen Positionen zum Nacken/Kopf des Geners gesprungen. Ich sollte an dieser Stelle wohl noch festhalten, dass ich zu dieser Zeit keien Tourniere mehr besuchte und meine Beobachtungen alleine auf kurzen Kämpfen mit Natursporen auf der grünen Wiese beruhen. Diesen Hahn habe ich an ein paar wenige hellweizenfarbige Hennen verpaart und noch heute fallen bei meinen Wildfarbigen immer wieder Tiere mit Schlangenköpfen. Ich denke, dass diese Linie auf Thailänder zurückgeht, auch wegen des üppigen Schwanzgefieders.
Kurze Zeit später hat mir der Freund eines Freundes, auch er Polizist, so um die zwanzig Küken (blaue) zum Aufziehen gebracht. Er hatte versprochen einmal pro Woche vorbeizuschauen und Futter für die Tiere zu bringen, hat sich dann aber über ein Jahr lang nicht mehr blicken lassen. Die Junghähne habe ich alle verkauft, um die Futterkosten zu decken und die meisten haben in Tournieren gut abgeschnitten.
(Ein Kampf dauert hier 65 min, aufgeteilt in drei Runden von 15, 20, 20 Minuten mit zwei Pausen (banho) von jeweils 5 min. Gekämpft wird mit Sporen aus Kunststoff (früher und zt auch heute noch Aluminium). Diese sind kurz (1-1,5cm), dünn (2-3mm) und stumpf. Manchmal bekommen die Hähne noch einen Oberschnabel aus leichtem Stahl)
Die Hennen waren alle identisch, tief gestellt mit markanten Köpfen und so habe ich diese behalten und an den Schlangenkopf gepaart. Als sich der betreffende Polizist wieder bei mir gemeldet hat, konnte er schon etwas von der Nachzucht mitnehmen, allerdings nur Hähnchen, denn Hennen gebe ich prinzipiell keine ab.
Surú - Schwanzlose Kampfhühner aus Brasilien
Neben diesen beiden Hauptlinien, die ich gelegentlich kreuze, um Leistungshybriden für den Verkauf zu züchten, halte ich noch einen kleinen Stamm von Schwanzlosen Kämpfern, den Surú und einen andern kleinen Stamm von Bärtigen. Letztere eher zur Zier, denn als Kämpfer taugen sie nicht allzuviel. Die Surú hingegen sind gefürchtet. Ihr Schlag ist hart und beide Sporen treffen auf selber höhe zusammen, da sie wegen des Fehlens des Schwanzes immer ganz gerade springen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Bei Tournieren entscheiden sie meist den Kampf vor der ersten Pause (dem ersten Bad) zu ihren Gunsten. In der zweiten Runde macht sich das Fehlen des Schwanzes nachteilig bemerkbar, da sie das Gleichgewicht manchmal nicht mehr halten können und auf den Rücken fallen. Die Hähne dieser Line sind meist ziemlich gross und massig.
Die Haltung meiner Kampfhühner
Die meisten meiner Tiere leben in vier grossen (300qm, 500qm, 1000qm, 1800qm) Ausläufen. Daneben besitze ich noch eineige kleinere Ausläufe und Volieren für gezielte Kreuzungen und für Hennen mit Küken, die erst in die grösseren Ausläufe gesetzt werden, wenn sie nicht mehr allzusehr gefärdet sind, in der Nacht von Ratten oder Opossums getötet zu werden. Meine Küken stammen alle aus Naturbrut, wobei ich öfters Küken von bis zu drei Hennen nach dem Schlupf einer Einzigen unterschiebe. Man muss allerdings seine Hennen gut kennen, denn lange nicht alle akzeptieren fremde Küken.
In der vierten bis sechsten Woche geht dann meist die Flickerei los. Das heisst geplatzte Kopfhäute müssen vernäht werden. Ich trenne die Küken nur ganz selten und flicke manchmal das eine oder ander mehr als einmal. Dafür geben sie dann Ruhe. Kommen sie dann in die grossen Ausläufe, schaut ein kräftiger Althahn zum Rechten. Da ich die Junghähne nicht von den Junghennen trenne, bilden sich schnell Gruppen oder Paare und die Junghähne lassen sich so für längere Zeit nicht auf Kämpfe ein und wenn greift der Althahn ein. Dieser muss allerdings einiges massiger sein als die Jungen, sonst wird er nicht respektiert. Auch ist es von Vorteil, wenn wie bei mir hier, immer jemand anwesend ist und bei plötzlich auftretenden Kämpfen eingreifen kann.
Selbstverständlich habe ich auch Einzelbuchten, wobei auch diese Tiere mindestens alle drei Tage in einen Auslauf kommen.
Füttern tu ich Sorghum – die Tiere verfetten weniger als bei Mais- , Maiskeim (15%Protein), Sonnenblumenkerne und um die 50% Grünfütterung. Da ich noch Pferde halte häcksle ich täglich zwei Mal Elefantengrass und Zuckerrohr und gebe davon auch in die Volieren und kleineren Ausläufe.
Da ich immer so zwischen 80 und 120 Tiere halte und 100 Küken und mehr pro Jahr aufziehe, fallen auch genügend Eier fürs Frühstück ab und da ich meine Tiere nicht mit Chemie behandle, essen wir auch immer mal wieder eines.
![]() T-Rex mit Tochter | ![]() Tochter und Enkelin von T-Rex | ![]() Tochter von T-Rex | ![]() Blaue Henne | |||
![]() Blaue Henne1 | ![]() Blaue Henne2 | ![]() Eine der ältesten Hennen | ![]() Meine älteste Henne | |||
![]() Junger Linienhybride | ![]() Thaihenne | ![]() Blaue Althenne | ![]() Blauer Hahn | |||
20. Juli 2010
Bruteier von Peter aus Brasilien sind heute gekommen! Das ist wie Weihnachten der nächsten 10 Jahre auf einmal :) Dickes Danke an Peter und seine offene Art und Hilfsbereitschaft.
Danke auch an Norbert, der weis schon warum :)
Die Eier werden verschiedenen Glucken untergelegt und sollte etwas schlüpfen werde ich das dokumentieren. Bruteier direkt aus Brasilien bekommt man schließlich nicht jeden Tag 
e a qui vamos para os combatentes brasileiros do Peter do Brasil
1. Februar 2011





































