Artikel von Horst W. Schmudde
ASIL – eine uralte Rasse in der Neuzeit
Es ist wohl unbestritten, daß die Asil eine der ältesten Kampfhuhnrassen ist, wenn nicht sogar die älteste aller Hühnerrassen ist. Oft auch als Urrasse bezeichnet, was aber nicht zutreffend ist, denn als eine Urrasse kann man nur ein Rasse bezeichnen, die auch in irgend einer ursprünglichen Form als Wildrasse auftritt oder jemals aufgetreten ist. Diese Bezeichnung ist wohl mehr bei den Malaien und ihren nahen Verwandten angebracht, wie die Saipan usw. Wenn die Asil auch zu der malayoiden Gruppe zählen, es ist keine Urrasse im Sinne des Wortes, aber es ist eine Rasse, die von uns Menschen vor einigen hundert Jahren erzüchtet wurde und einzig allein zu dem Zwecke des Hahnenkampfes; einen genauen Zeitpunkt festzulegen, ist kaum möglich. Seitdem ist die Rasse in ihren verschiedenen Formen und Abarten nicht nur die wichtigste Hühnerrasse in ihren Entwicklungsländern geworden, wie Indien, Pakistan, Iran und anderen angrenzenden Ländern, sondern auch zu einer sog. symbolischen Kampfhuhnrasse auf anderen Kontinenten, wie z.B. Europa.
Der Hahnenkampf ist nach geschichtlichen Übertragungen der älteste Zuschauersport in der Welt und geht zurück über 6000 Jahre in Persien, was heute Iran ist und wird in einem 3500 Jahre alten indischen Schriftstück, dem “Manusriti” dokumentiert. Der Hahnenkampf wurde von Asien aus weiter verbreitet nachdem die Truppen Persiens im 4. Jahrhundert Indien überwältigten. So wurde der Sport auch durch Militär, Seefahrer und Handelsverkehr bis in die Mittelmeerländer verbreitet. Die Phönizier als große Seefahrer waren es dann auch, die diese Kampfhuhnrassen des Orientes nach Afrika, den Mittel-Osten und den Europäischen Küstenländern brachten.
Indien und seine Nachbarländer wie Pakistan und Iran sind die Geburtsstätte der Asil. Der Name ``Asil´´ (früher auch Aseel oder Azeel geschrieben) ist ein arabisches Wort und bedeutet soviel wie ``hochgeboren, reinartig oder reinrassig, edel´´, was also schon auf ihren Adel und großen Nutzwert und Bedeutung hinweist. Einst selbst in ihrem Heimatland nur den Fürsten und der Prominenz sowie den reichen und adlingen war es vorbehalten, diese Tiere zu erwerben und zu Kampfzwecken zu halten. Nach England kamen die Asil verhältnismäßig früh; so soll nach Atkinson bereits Karl II. in England zwei Hähne als Geschenk von Indien erhalten haben. Eine Anzahl von Gemälden um das Jahr 1760 zeigen Asilhähne im Kampf. Der Mittelpunkt in Indien zu der Zeit für Hahnenkämpfe war die Stadt Lucknow mit seiner berühmten Kampfarena. So soll der König von Oudh eine Reihe bester Zuchtlinien von Kampfhähnen gehabt haben und in Lucknow vorstellte, die Hochburg der Rasse. Reinrassige Asil wurden in Indien wegen ihrer hervorragenden Kampffähigkeit von den Prinzen (Rajahs) hoch geschätzt und vor zu starker Verbreitung geschützt, schon bevor es unter britischer Krone fiel, daher auch die Namensgebung ´´Rajah Asil´´. Seit der Zeit jedoch verbreiteten sich vereinzelt die Asil auch in England, wo die Züchter dann auch einen Standard entwarfen.
Hugo du Roi war es, der die ersten Asil um 1880 nach Deutschland brachte. Doch die Kriegsjahre stellten die Zukunft der Asil in Deutschland sehr in Frage. Bald interessierten sich mehrere Züchter an die Rasse und brachten im Laufe der Jahre weitere Importe von Indien sowie England. So konnte u.a. der Züchter Thieme, Weserlingen, einen feinen weißen Hahn direkt von Indien erwerben und schien damit bald der Zuchtbestand in Deutschland für eine Zeit gesichert zu sein. Dieser Auffassung war auch Von Minke, Crossen a.d.O. in seinem Bericht in der Geflügel Börse von Oktober 1934, in der auch ein Paar rotbunte Asil abgebildet wurden aus der Zucht Gottfried Korff, Oestinghausen (Kreis Soest), die er auf der Nationalen in Frankfurt gezeigt hatte. Diese Tiere schienen von einem kleinen Typ zu sein und wie Von Minke berichtet, ein Gewicht von ca. 2 ¼ kg hatten. Zuvor waren in einer anderen Ausgabe der Börse von September 1933, ein Asil Paar in Fasanenbraun von W. Sittel, Niederbrekenscheid, gezeigt auf der Lipsia Schau (v1E und Z) und eine rotbunte Henne von Korff, gezeigt in Essen (sg1Z). Nach den Fotos erscheinen diese Tiere zwar gewichtiger und massiver gewesen zu sein doch ohne jeglicher Eleganz.
Später in den fünfziger und sechziger Jahren waren es hauptsächlich Fritz Sittel, Nierenhof sowie Heinrich Schießer, Langenselbold und Eugen Reicherter, Esslingen, die versuchten, der Rasse den nötigen Impuls zu geben. Aber in der Tatsache, daß diese Züchter auch den Indischen Kämpfern gewidmet waren, bestand die Gefahr und später der Beweis von Kreuzungen mit diesen mit der Hoffnung, die Asilzuchten zu verbessern und zu re-vitalizieren. Dieses wurde für Jahre offenbar in den auf den Schauen gezeigten Tieren. Die zu der Zeit auftretenden sog. ‘rot-weißen’ Asil erinnerten nicht nur stark an die Jubilee Inder in Farbe und Zeichnung sondern auch im Typ, der originale Asiltyp war dabei fast verloren gegangen. Nicht anders war es im Osten Deutschlands, wo Burkhardt in Leipzig 1964 einen Asilhahn zeigte, der offenbar eine Asil-Inder Kreuzung war. Pinkert, Döbeln unterstützte dieses Kreuzungsverfahren in seinem Bericht in der ostdeutschen Zeitschrift “Garten und Kleintierzucht” (August 1967) und rechtfertigte diese Maßnahmen damit, daß es den derzeitigen Asil an Knochentärke, Muskulatur und Schulterbreite fehlte. So berichtet Pinkert auch, daß es dem Züchter Todenhagen durch den Tierpark Berlin 1963 gelungen war, sog. Wildhühner aus Vietnam zu importieren und diese in seine Asilzucht einstellte. Abgesehen von der Tatsache, daß Pinkert die verbesserte Vitalität bei den Asil lobte, berichtet er aber, daß nun die Tiere zu klotzig und grob geraten waren und die geforderte Zuchtrichtlinie von 2,5 kg beim Hahn und 2,0 kg für die Henne weit überschritten hatten. So kam es dann auch, daß die kleineren Tiere als Asil ausgestellt und akzeptiert wurden.
Inzwischen waren die Asil in Westdeutchland zu einem Wiederaufleben gekommen, dank der verschiedenen Bruteierimporte Mitte der sechziger Jahre meinerseits aus den USA, wo die Rasse zwar nie äußerst populär war mangels eines offiziellen Standards der American Poultry Association, aber doch hinreichend verbreitet war besonders unter den Hahnenkampfzüchtern, nicht zuletzt aufgrund einiger Importe direkt aus dem Heimatland Indien, Pakistan und Ceylon (heute Sri Lanka). Dr. H.P. Clarke, Indianapolis/USA brachte die ersten Asil direkt von Lucknow/Indien nach America und stellte sie der Öffentlichkeit in 1887 auf der Indiana State Fair (Messe) vor. Später jedoch war es Dr. D.S. Newill von Connellsville, Pennsylvania/USA, der im März 1931 Asil von Shahjahanpur in Nord Indien importierte. Ein anderer Pionier war damals E.H. Macoy, dem einige Importe von Patna und Natal in Indien gelang mit Hilfe von Carl Hagenbeck, der durch seine Tierimporte bekannt war. So erwarb mein alter Freund Hans Hacklander, New Jersey seine ersten Asil von Dr. Newill was später der Grundstock meiner Asilzucht bildete nachdem ich meine ersten Tiere von Hacklander in 1964 erwarb. Danach war es mir möglich durch einen anderen befreundeten Züchter und Asil Experten, Siran Deraniyagala, Sohn des bekannten Forschers, Paul Deraniyagala (siehe Bild), Bruteier von Ceylon zu bekommen. Siran studierte zu der Zeit Archaeologie an der MIT Universität in Cambridge, Massachusetts/USA und bekam eine große Hilfe in meinem Zuchtaufbau. Es war somit aus diesen Zuchtlinien nach 1965 wovon die mehreren Bruteierlieferungen nach verschiedenen Züchtern in Deutschland und Holland gingen, Dank der Hilfe meines Zuchtfreundes Willi Kummler (Preisrichter und Zwerg-Kraienköppe Züchter), der als Pilot der Lufthansa oft den Transport bewerkstelligte.
Doch die bis dahin wiederholten Einkreuzungen, oder besser gesagt ´´Rückkreuzungen´´, bewiesen sich von großem Nachteil und sind nach meinen Beobachtungen noch heute bei manchen Tieren, wenn auch schwach, erkennbar. Die Indischen Kämpfer sind ein rein britisches Produkt, um 1846 in Cornwall/England entwickelt und erst als sog. ``Cornwall Kämpfer´´ vorgestellt, danach in den USA als Cornish eine starke Verbreitung erlebten. Die Asil standen dabei lediglich Pate mittels Kreuzungen von Malaien um 1870. In den US werden die Cornish als ‘Englische Rasse’ klassifiziert, aber nie als ‘Orientals’; sie sind ein reines Masthuhn geworden mit gelber Lauf- und Hautfarbe und haben als Kämpfer absolut keinen Wert noch den Anspruch als solche zu gelten. Als bleibendes Erbe von den Asil ist jedoch die fasanenbraune Farbe.
Die in Deutschland aus meiner Zucht stammenden Asil waren reine Rajah Asil, meist rotbunt oder vereinzelt auch schwarz-weiß gescheckt. Zu dieser Gruppe gehören auch die ein wenig kleiner aber sehr kompakten Ghan Asil (Ghan = Schmiedehammer, aufgrund ihres massiven Gewichtes), fast ausschließlich in fasanenbraun oder wildfarbig, sowie die Reza und roten Sonatol or Sonatawal. Es ist uns bekannt, daß es in Indien sowie auch Pakistan eine ganze Reihe von Asilarten gibt, je nach Region oder Provinz sind sie vielleicht etwas unterschiedlich in Größe und Gewicht, Kampfstil und vielleicht einigen anderen chrakteristischen Merkmalen, wie Kamm, Beinfarbe und Gefiederfarbe, insgesamt sind sie aber im Typ gleich. Ich will an dieser Stelle darauf nicht im einzelnen eingehen und habe sie eingehend in meinem Buch “ORIENTAL GAMEFOWL” (in englisch) geschildert, die meisten sind den deutschen Züchtern unbekannt. Deshalb möchte ich mich hier hauptsächlich auf die bekannten Rajah Asil beschränken, wie sie auch im deutschen Standard beschrieben sind.
In erster Linie soll ein Asil auf dem ersten Blick auch wie ein Kampfhuhn erscheinen, d.h. aufgereckt mit leicht abfallender Rückenlinie, breiter Brust und Schulterung, flachen Rücken und die Schwanzhaltung der Rückenlinie folgend. Bekanntlich sind Asil schwerer als ihre Größe schätzen lässt. Dieses liegt daran, daß ihr Muskelfleisch sehr kompakt ist und die Knochenstruktur massiv und schwer ist im Vergleich zu anderen Rassen. Wenn man einen Asil in die Hand nimmt, muß er sich wie Blei anfühlen und der Körper selbst hat die Proportionen eines Backsteines, d.h. breiter als hoch (Wirbelsäule – Brustbein). Die meisten der mir auf der Kölner Austellung letzten Jahres zum Richten gestellten Asil fielen nicht mehr in dieses Format. Es fehlt grundsätzlich an Einheitlichkeit was Größe, Typ und Stand anbelangt. Da der Hahnenkampf Sport in Deutschland verbannt und fast unbekannt ist, bleibt dem Züchter lediglich die Ausstellung im Konkurenzkampf zu sehen, ob er zuchtmäßig auf dem richtigen Gleis ist. Wenn es dem Züchter an langjähriger Erfahrung mangelt, muß er sich auf den Richter verlassen in der Hoffnung, daß dieser die nötige Erfahrung in der Zuchtrichtung mitbringt und leitgebend sein kann. Wenn es diesem dann auch an langjähriger Zuchterfahrung mangelt, oder u.U. weil er selbst Züchter der Rasse ist und lediglich nach seinem “Geschmack” richtet und seine eigenen Tiere zum Vergleich setzt, oder er sog. Scheuklappen trägt, d.h. nicht die Weitsicht über die Rasse allgemein besitzt, dann besteht die Gefahr, daß der original Typ mehr und mehr verloren geht. Deshalb sollten die SV bemüht sein, nicht immer aus Bequemlichkeit die gleichen Richter zu wählen. Diese Tatsache trifft für alle Rassen zu! Meine Beobachtung in Köln wie auch in Hannover in den letzten Jahren war, daß man ohne Hilfe des Kataloges feststellen konnte, welche Tiere zuchtmäßig aus dem gleichen Stall kamen. Das muß vermieden werden.
Abgesehen von einem einheitlichen Typ, ohne Rücksicht auf den Farbenschlag, muß der Kopf eines Asil – Hahn und Henne – voll, rund und kräftig sein mit verhältnismäßig kurzem Schnabel (raubvogelähnlich) und mittelmäßig bis kleinen aber fest aufgesetzten Kamm. Spitze Köpfe sind unbrauchbar in jeder Kämpferrasse. Der Schädel muß eine gewisse Breite haben und das Gesicht fleischig aber muskulös ohne Falten. In Indien bevorzugen manche Züchter wulstkämmige Tiere, die zwar ohnehin auch immer erbsenkämmige Nachzucht bringen, aber in erster Linie beim Kampf weniger den Verletzungen ausgesetzt sind.
Kehllappen sollten beim Asil nicht sichtbar sein, bis zu einem gewissen Grade ist eine leichte Kehlwamme zulässig. Das Auge ist fast immer perlfarbig oder hell orange aber mit einem stechenden Ausdruck. An dem Auge allein kann ein erfahrener Züchter schon die Kampflust und Energie des Hahnes beurteilen. Nervösität is nicht gleichzusetzen mit Energie. Ich habe mich auf den deutschen Ausstellungen immer gewundert, wie wenig Hähne versuchen, mit ihrem Nachbarn zu streiten bei den gewohnten offenen Käfigwänden.
Die allgemeine Knochenstärke, insbesonders in den Ständern ist ein wichtiges Rassemerkmal und darf keines Falles übersehen werden. Dieses trifft auch für die Hennen zu! Dieses ist normaler Weise mit einem mäßig weiten Stand verbunden. Engstehende Tiere ohne jede Balance sind nicht kampftüchtig und müssen von der Zucht ausgeschieden werden. Ein guter Maßstab der Knochenstärke sind die Anzahl der Beinschuppen Reihen, bei den besten Tieren oft 4 und mehr. Gut gespreizte Zehen ohne jegliche Verkrümmung und mit kurzem kräftigen Zehnagel ist ein Prerequisit. Alles dies gibt dem Tier einen festen und ausgeglichenen Stand und gilt das für beide Geschlechter. Die Sporen sollen gut entwickelt und kräftig sein, ohne Biegung oder Verkrümmung. Hier muß ich unbedingt einwerfen, daß Asil verhältnismäßig langsam und erst nach 2 bis 3 Jahren die richtige Reife bekommen. Das bedeutet, der Züchter muß entsprechenden Stallplatz haben und eine ausreichende Geduld mitbringen, seine Tiere entsprechend zu halten und ausreifen zu lassen. Ich wundere mich oft, wie wenig Alttiere auf den deutschen Schauen gezeigt werden im Verhältnis zu den Jungtieren des Jahres. Ob in Indien oder selbst in the USA, es werden nie junge oder einjährige Tiere zum Kampf oder zur Zucht eingesetzt. Nicht zuletzt ist der finanzielle Wert eines mehrjähringen Althahnes oder Henne dem eines Jungtieres weit übertreffend.
Die nächst markante Eigenschaft ist ein hartes Gefieder, was beim Hahn oft in einer “Halskrause” (rückwärts verlaufenden Halsfedern) sowie einen typischen Peitschenschwanz zum Ausdruck kommt. Lange, stark gebogene Haupt- und Seitensichel sind zu vermeiden und zerstören den Gesamteindruck. Das Brust- und Rückengefieder muß voll, knapp und festanliegend sein, was in der Regel verursacht, daß das Brustbein mit roter Haut sichtbar ist. Bei den Hennen wollen wir keine Rücken- und Schenkelpolster finden, die gewöhnlich Grund von weicher Befiederung sind. Diese typische Härte in der Befiederung ist ein wichtiges Rassemerkmal bei allen echten Asil und findet seines Gleichen nur in den Malaien. Dadurch auftretende gebrochene Federn sind nicht selten und sollten bei einer Bewertung im Schaukäfig unberücksichtigt bleiben.
Eine andere Asilart kann ich nicht umgehen, hier näher zu besprechen, und das sind die Madras. Ihrem Namen habe sie der Stadt Madras in Süd-Indien zu verdanken. Im deutchen Standard sind sie als eine separate Rasse aufgeführt, im Grunde genommen aber nichts anderes sind, als eine der vielen Asilschläge. Sie liegt mir insofern nahe am Herzen, da ich sie selbst für mehrere Jahre in den USA gezüchtet habe. Auch von diesen wurden Bruteierlieferungen nach Deutschland vorgenommen und ist es daher insbesondere bedauerlich, daß selbst im deutschen Standard der offenbare Hinweis gemacht wird, daß die damals in die DDR eingetretenen Vietnamesen wie auch Inder und sogar Shamos eingekreuzt wurden. Dieses lag auch klar auf der Hand bei den Tieren, die mir in Köln letzten Jahres zum Richten zugeteilt worden waren und konnte ich trotz besten Willens da absolut keinen Rasse- oder Zuchtwert finden. Madras sind reine Asil und nicht halb Asil und halb Shamo! Ich hoffe, die deutschen Züchter und Preisrichter nehmen sich das einmal zu Herzen.
Madras sind etwas größer und schwerer als die Rajah Asil und wirken damit wuchtiger und stehen weniger aufrecht als diese. Hier aber durch Einkreuzungen eine neue Rasse zu entwickeln, ist absolut fehl am Platze und dann sogar die plumpen Inder einzukreuzen, um noch mehr Masse zu gewinnen, ist reiner Unfug! Kein Wunder, daß die meisten Tiere in Köln in den wichtigsten Rassemerkmalen versagten. Wenn das die gewünschte Zuchtrichtung in Deutschland wird, bitte dann der Rasse einen anderen Namen zu geben. Masse und Gewicht sind nicht gleichzusetzen; Madras haben trotz ihres etwas höheren Gewichtes die gleiche Eleganz und kämpferischen Ausdruck wie auch die Rajah Asil. Die Farbe und Zeichnung spielt wie bei allen Asil eine minderwertige Rolle, Tatsache ist aber, daß gerade die Madras wegen ihrer blauen oder blau-roten Farbe augenfällig und bekannt sind. Dieser Farbenschlag ist spalterbig wie wir es von vielen blauen Rassen (Andalusier usw.) gewohnt sind, d.h. es fallen außer den blauen oder blau-roten auch solche, wo das Blau mit Schwarz oder Weiß ersetzt ist und wir es dann mit einer Art Wildfarbe oder Rotschecken zu tun haben. Dabei ist das Schwarz oder Weiß mehr oder weniger mit Rotbraun gemischt. Die am meisten verbreitete Farbe der Hennen ist meistens eine Blau-weizenfarbe. Schwarze oder rein weiße Madras gibt es nicht. Wie gesagt, man muß hier von jeglichem Kreuzungsmaterial Abstand nehmen.
Die Kampfeigenschaft ist bei den Madras so intensiv, daß es oft ein Grund für Verluste ist und dem Züchter ein großes Problem aufsetzt, denn selbst die Küken fangen frühzeitig ernsthafte Raufereien an und bei Naturbrut oft die Glucke in die Flucht jagen.
Ich hoffe, mit dieser Abhandlung dem Deutschen Züchter, Aussteller und Preisrichter anhand meiner über 30-jährigen Zuchterfahrung mit den Asil etwas mehr Einsicht gegeben zu habe, was es heißt, diese uralte Rasse rein und echt zu erhalten und damit den jungen Züchtern den Ansporn zu geben, den Wert und die Wichtigkeit der Asil Rasse zu schätzen.
Horst W. Schmudde
