Brabanconne - Standard
Nachfolgend die Musterbeschreibung der Brabanter Bauernhühner bzw. Brabançonne wie sie im Schauwesen des BDRG zu Grunde gelegt worden ist
Die beiden folgenden Zeichnung sollen die zuvor in Text gefasste Beschreibung des Farbspiels der Brabanconne bildlich besser verdeutlichen. Die Zeichnungen der wachtelfarbigen bzw. silber-wachtelfarbigen zeigen sehr schön wie man sich ein optimales Farb-/Zeichnungsspiel vorstellt. Fairerweise muss gesagt werden, dass die Realität diesen Vorstellungen zur Zeit noch lange nicht entspricht. Durchgehend vorhanden ist die Nervzeichnung. Schwieriger hingegen schon die Halszeichnung. Immer wieder wird man gerade im wachtelfarbigen Farbschlag noch Tiere mit scharzer Hals- und Schopfzeichnung vorfinden. Die silber-wachtelfarbigen zeigen sich hier schon wesentlich einheitlicher, auch im übrigen Zeichnungsbild des Körpers. Im Gegensatz zu den wachtelfarbigen weisen sie eine gleichmäßiger verteilte Säumung auf. Die wachtelfarbigen sind im Grundfarbild noch sehr dunkel und lassen somit auch eine klare Säumung noch vermissen.
Nachfolgend möchte ich die Angaben im Standard kommentieren und einige Tipps geben auf was bei der Schaubewertung zu achten ist wenn man sie mal auf Ausstellungen zu sehen bekommt, was zur Zeit noch sehr selten der Fall ist. Dementsprechend sollte der Preisrichter hier mit einem nötigen Maß an Fingerspitzengefühl an die Bewertung gehen.
Die Brabançonne sind an erster Stelle, als Huhn mit Landhuhntyp, ein Formentier. Die Form steht bei der Bewertung an erster Stelle. Ebenso die Vitalität, danach Kopfpunkte und Farbe.
Form:
Wichtigstes Merkmal bei der Henne ist der kegelförmig ausgeprägte Rumpf. Durch die leicht abfallende Haltung und die breiteste Stelle am Legebauch wirkt die Brustpartie nicht ganz so tief heruntergezogen wie bei vielen anderen Rassen. Durch die Kegelform der Henne wirkt auch der Hahn deutlich abfallend. Oftmals sieht man Tiere mit leicht angehoben getragener Brust. Hier sollte nachsichtig geurteilt werden. Trägt der Hahn jedoch die Brustpartie zu steil sollte dies als Wunsch mit der Beschreibung weniger abfallend in der Rückenlinie geäußert werden. Besonders wichtig ist die Form bei der Henne. Versagt sie in der typischen Ober- und Unterlinienführung ist dies als Mangel zu strafen. Ebenso sind zu leichte Tiere herabzustufen. Die Gewichtsspanne von 1,5 bis 2 kg bei der Henne und 2 bis 2,5 kg beim Hahn sollte eingehalten werden. Ein Probewiegen ist hierfür durchaus ratsam.
Kopfpunkte:
Die Kopfpunkte sind mit besonderem Fingerspitzengefühl zu betrachten. Ähnlich wie beim Altsteirer besteht hier die Schwierigkeit bei beiden Geschlechtern von der Größe und Ausprägung her akzeptable Kopfpunkte zu züchten. Die Hennen besitzen realtiv weiche Kammblätter, die aufgrund ihrer Größe einen sehr feinen Wickelkamm ermöglichen. Dementsprechend sind die Kämme beim männlichen Geschlecht relativ groß und weisen öfters Stützfalten auf oder eine leicht umliegende Kammfahne. Hier sollte in der Aufzucht der Junghähne auf die richtige Futterzusammenstellung geachtet werden. Zu Eiweißreiches Futter beschleunigt das Kammwachstum und sorgt für reichlich große Kopfpunkte. Ist der Wickelkamm bei der Henne gut ausgeprägt hat dies zwangsläufig ein lockereres Kammblatt beim Hahn zur Folge. Hier sollte mit Rücksicht bewertet werden, denn kleine und feste Kämme beim Hahn bewirken den Rückgang des Wickels im Hennenkamm. Will man bei beiden Geschlechtern eine Kammausbildung wie es der Standard vorgibt ist dies wohl lediglich mit einer Zweistammzucht zu erreichen und dies kann nicht Ziel der Zucht sein. Hier muss Rücksicht genommen werden bei der Bewertung. Natürlich sollten gewisse Größenrahmen nicht gesprengt werden und ein oberes Limit ist zu beachten. Das gleiche gilt für die Kehllappengröße die gekoppelt ist mit der Kammgröße.
Feder:
Gewünscht wird eine möglichst straffe, breite Feder mit wenig Flaum. Zu achten ist darauf, dass die Schwanzpartien bei Hahn und Henne ausreichend breit angesetzt sind und die Nebensicheln beim Hahn besonders üppig sind. In Verbindung mit dem gut abdeckenden Sattelgefieder erhält das Brabanter Bauernhuhn seine Eleganz.
Farbe:
Sehr schwierig in der Festigung ist sicherlich das wachtel- bzw. silber-wachtelfarbige Zeichnungsbild der Brabanconne. Sonst nur von den Urzwergen bekannt, ist hier die Einheitlichkeit auf breiter Basis noch nicht vorhanden. Grundsätzlich scheint mir der silber-wachtelfarbige Farbschlag schon etwas einheitlicher und typischer zu sein, dies dürfte sich jedoch in den nächsten Jahren mit den wachtelfarbigen ebenfalls erreichen lassen. Der Standard gibt hier sehr detaillierte Beschreibungen bezüglich des Zeichnungsbildes von Hahn und Henne. Hier nur noch einmal die meiner Meinung nach wichtigsten Punkte. Beim Hahn sollte der Halsbehang unbedingt gezeichnet sein. Ein rein schwarzer Halsbehang ist verpönt im Ausstellungskäfig. Wichtig ist die angedeutete Zeichnungsanlage des Hennenmantels im Oberrücken des Hahnes. Er verrät einiges über die Zeichnungsintensität bei der Henne der Nachzucht. Die Brustfarbe wird dunkelgoldgelb bzw. silberweiß gefordert mit fahlem Saum und hellem Nerv. Hiermit ist die Nervzeichnung im Mantel- und Rückengefieder der Henne verknüpft. Keinesfalls erwünscht sind schwarze Einlagerungen im Brustgefieder was allerdings auch weitgehend verdrängt worden ist und nicht mehr allzu oft der Fall ist. Bei der Henne gilt dies Sinngemäß. Zusätzlich natürlich die für die wachtelfarbigen Farbschläge charakteristische Federsäumung inklusive Nerv. Die Grundfarbe bei beiden Geschlechtern streut noch in hellere und dunklere Farbgebung was jedoch nicht zu strafen ist. Lediglich starker gelber Anflug bei den silber-wachtelfarbigen und rötliche Farbschattierungen bei den wachtelfarbigen führen als grobe Fehler zu Abstufungen.





