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Denizli Horozu

"Denizli ist eine türkische Provinzhauptstadt im westlichen Anatolien und hat etwa 300.000 Einwohner. Die Stadt ist die Nachfolgesiedlung des in der Nähe gelegenen Laodikeia am Lykos. Die zugehörige Provinz mit 11.700 km² heißt ebenfalls Denizli und hat eine Bevölkerung von 850.000 Menschen. Die Stadt liegt über einer breiten Talgabelung des Großen Mäander und Aksu auf 420 m Höhe. Der dortige Oberlauf des Großen Mäander bildete im antiken Kleinasien den Übergangsbereich der früheren Reiche (bzw. Provinzen) von Phrygien und Karien."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Denizli

Der Denizli Hahn ist das Wahrzeichen dieser Stadt. Diese Rasse ist einer der ältesten Langkräherrassen der Welt.


Denizli

Denizli Zuchtstation

In der Türkei wird diese Rasse betreut von der Abteilung für die Aufzucht der Denizli-Rasse unter Leitung der Provinz-Generaldirektion für Landwirtschaft. Das Kulturministerium der Rebuplik Türkei gibt zu seinen Denizli Krähern folgende Informationen:

Hähne aus Denizli
Der Hahn der die Botschaft der Sonne kräht, die gegen die Finsternis der Nacht aufgeht

Jeder Hahn kräht auf seinem eigenen Mist;
Aber der Hahn aus Denizli kräht überall.

"Gott sei Dank gibt es hier alles, was ich brauche. In meinem Leben fehlt nur eines : die Stimme eines Hahns” ...” sagte ein reicher Unternehmer aus Denizli, der in New York lebte. Der Hahn, von dem er sprach, war ein Hahn aus Denizli. Während er seiner Sehnsucht nach einem Hahn Ausdruck verlieh, brachte er eine Tatsache der modernen Welt zur Sprache.

“Ich wurde bei Sonnenaufgang unter den Stimmen der Hähne in Denizli geboren ... Später wachte ich viele Jahre lang in Begleitung der gleichen schönen Stimme auf. Mein Hahn, der wie eine genau eingestellte Uhr jeden Morgen um die gleiche Zeit krähte, warf mich mit seiner Stimme aus dem Bett. Soll ich Ihnen jetzt etwas sagen ? ... Seit 21 Jahren habe ich hier nicht mehr das Krähen eines Hahnes vernommen ... Das erste, was die modernen Großstädte beseitigt haben, war die Stimme der Hähne, die süßer als Gold klingt ... Das zivilisatorische Leben in der Stadt schafft zuerst die Stimmen der Hähne ab ...”

Der “Hahn aus Denizli”, der ein Symbol der gleichnamigen Stadt ist, wurde durch seine Farbe und seinen Körperbau, sein harmonisches und ausdauerndes Krähen zu einem nationalen Wahrzeichen, das bis in die entferntesten Gegenden bekannt ist. Von einigen Kreisen wird die Auffassung vertreten, daß zur Zeit des Osmanischen Reiches die von Albanien nach Istanbul verbrachten Berat-Hähne mit ihrer kräftigen und ausdauernden Stimme nach Denizli gebracht und dort mit einheimischen Hühnerrassen gekreuzt wurden. Dies entspricht aber nicht den Tatsachen, denn hinsichtlich Farbe und Körperbau ist zwischen beiden Rassen nicht die geringste Gemeinsamkeit auszumachen. Denizli-Hähne sind eine Rasse, die sich seit alters her als Folge der von den Menschen dieser Gegend den Hähnen mit kräftiger Stimme entgegengebrachten Beachtung aus sich selbst heraus entwickelt hat.

Die Augen des Denizli-Hahnes sind schwarz und schwarz umrändert. Die Hahnenfüße zeigen die Farbe dunkelgrau oder lila, der Schnabel ist scharfkantig, und der Hahnenkamm ist im allgemeinen rot oder rot-weiß gesprenkelt, auch kann er eine Mischung aus schwarzer und schmutzig-weißer Farbe sein. Die Flügelfedern könen bisweilen eine bräunliche Färbung annehmen. Rote Hähne zeigen eine Mischfarbe zwischen schwarz und rot. Das Lebendgewicht des Hahnes beträt etwa 3-3.5 kg. Denizli-Hähne teilen sich je nach Farbe, Körperbau und Schnabelform in drei Gruppen ein, wobei sich die Farbgruppe in weitere 6 Untergruppen unterteilt : Demirkir (eisengrau), Pamukkir (baumwollfarben), Kinali (hennafarben), Al (rot), Siyah (schwarz) und Kürklü (behaart). Die Formen des Körperbaus unterteilen sich in Yüksek Boyun (langhalsig), Sülün (fasanenartig) und Küpeli (mit Ohrgehängen). Die Unterteilung nach Schnabelformen weist nur zwei Untergruppen auf : Genis Ibik (Breitschnabel) und Dar Ibik (Engschnabel).

Auch die Stimme des Denizli-Hahnes wird nach Tonlage und Klarheit unterschieden. Die Tonlagen sind Ince (hoch), Davudi (mittlere Stimmlage) und Kalin Ses (tiefe Stimmlage). Davudi nimmt eine Mittelstellung zwischen hoher und tiefer Stimmlage ein, ist aber mehr der tiefen Stimmlage benachbart. Die Tonqualität unterteilt sich in klare, traurige, schrille und getragene Stimmlage.

Während des Krähens der Denizli-Hähne werden ihre gesamten Fähigkeiten offensichtlich. Das Krähen wird nach der dabei jeweils eingenommenen Sitzposition als Löwengebrüll, Wolfsgeheul, Klagegesang oder Aufstrich (wie bei einer Geige) klassifiziert.

Ein gesunder Denizli-Hahn zeigt ein lebendiges Aussehen, seine Füße und sein Hals sind lang und kräftig, seine Brust ist weit und tief, der Schwanz muß steil aufragend zum Kopf hin geneigt sein. Auch die Henne soll das gleiche Erscheinungsbild vorweisen. Die Dauer des Krähens der Denizli-Hähne im ersten Lebensjahr soll etwa 25 sek. betragen.

Denizli-Hähne, die von der Abteilung für die Aufzucht der Denizli-Rasse unter Leitung der Provinz-Generaldirektion für Landwirtschaft aufgezogen werden, sind im allgemeinen in einer Herde von etwa 100 Stück gehalten. Die nach der Auswahl der Zuchthähne verbleibenden Tiere werden mit Beginn der Monate März-April landesweit zum Verkauf angeboten, und in den Monaten März-Juni werden auch die Küken zum Verkauf auf den Markt gebracht.

Quelle: http://www.discoverturkey.com/german/yeni/denizlihorozu/default.html

Türkische Mythologie  zur Stadt Denizli
- Mit freundlicher Genehmigung - Quelle : Kultur- und Tourismusministerium der Republik Türkei -

Die Informationen in diesem Kapitel ist dem von Mehmet ÖNDER vorbereiteten Buch aus Yapi Kedi Bankasi - Kulturveröffentlichungen mit dem Titel "SEHIRDEN SEHIRE (Efsaneler, Destanlar, Hiikayeler) ["VON STADT ZU STADT (SAGEN, EPEN, GESCHICHTEN)] entnommen.

DENIZLI

Das Schneewittchen Anatoliens

Der Osten des Ägäisgebietes, der Westen Inneranatoliens ist ein weites hügeliges Feld. Auf diesem Feld steht eine in allen Grünschattierungen angestrichene Stadt, die sie Denizli nennen. Früher hieß sie "Ladik". Dieser Name kam von der 6 Kilometer nördlich gelegenen Römerstadt Laodikya, deren Ruinen man heute noch sehen kann.

Unsere Historiker sagen uns, der Name Denizli komme von der Türkmenischen Sippe Tonguzlu, die hier während der Seldschukenzeit eine Stadt gründeten, der Name Tonguzlu sei mit der Zeit zu Tonuzlu und später zu Denizli geworden. Der große türkische Geograph, Katip Çelebi fügt hinzu, der Name Denizli sei wegen der großen Menge und dem Reichtum der Gewässer gegeben worden [deniz=Meer].

Dem Stadtnamen kann man auch im Lichte der Sage eine andere Bedeutung abgewinnen. Die Ebenen und Weiden Denizlis seien einmal ein anatolisches Binnenmeer gewesen. Am Ufer dieses Meeres stand einmal die Hütte eines armen Fischers, darin lebte eine betagte Mutter mit ihrem jungen und unerfahrenen Sohn. Der Junge ging auf Fischfang, die Mutter aber schaute ihm von ihrer Hütte aus zu, bis zu seiner Rückkehr hatte ihr armes Herz nie Ruhe. An einem Tage im Winter nahm der Junge wieder seine Netze, stieg in sein Boot und ging auf Fischfang... Kaum hatte er abgelegt, ein Krachen, ein Donnern. Die Berge wüteten, der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet. Es war so ein Sturm, dass der winzige Kahn mit dem Fischer kopfüber kenterte. So passierte es, der Junge war fort... Mit dem Schmerz um ihren Sohn im Herzen schlug sich die betagte Mutter auf die Knie und klagte ihr Leid:

Über dir Stein und Berg

Unter dir Feuer

So seiest Du Meer...

Zwischen herabgestürzten Felsen

Bleibe das Meer...

Dein Herz soll wie meines leiden

Mögest du rauchen, soll dein Wasser kochen!...

Das Leid einer Mutter... Und da geschieht es. Das riesige Meer verzieht sich in die Tiefen der Erde. Unter ihm Feuer, über ihm Stein!... An verschiedenen Stellen beginnen heiße Quellen zu sprudeln, beginnt es zu dampfen. Und die hier gegründete Stadt nannten sie deshalb "Denizli".

Der heute im Westen Denizlis vom Bachtal "Kizildere" aus 300 Meter hervorschießende Wasserdampf ist bestimmt so herzerweichend wie die Klage einer Mutter. Das gleiche kann man auch von den Heilbädern und heißen Quellen der Gegend sagen... Die schönste dieser aber ist in Pamukkale.

Die Stadt Pamukkale war früher unter dem Namen Hierapolis bekannt, was heilige Stadt bedeutet. Sie liegt 21 Kilometer nördlich von Denizli, an den Hängen der Çökelez Berge. Von diesen Bergen sickert heißes, mineralhaltiges Wasser, der in ihm gelöste Kalk setzt sich auf die Travertinen, was die Felsen weiß färbt. Wie eine Braut in Weiß, wie ein Schneewittchen! Es lindert die Gebrechen, verschönert die Schönen, dieses Wasser. Und es hat eine Geschichte, wir können nicht weiter, ohne sie zu erzählen.

 

Die Geschichte von der Tochter des Holzfällers

Es war einmal, da lebte hier ein armer Holzfäller, der hatte eine häßliche Tochter. Das arme Mädchen nahm sich die Armut nicht so sehr zu Herzen, schämte sich aber ihrer Häßlichkeit sehr. Als sie das heiratsfähige Alter erreichte, meldete sich nicht ein einziger Freier. Das arme Mädchen sagte:

- Das ist zuviel. Besser als so zu leben ist es, gar nicht zu leben!

Eines Morgens früh stieg sie auf den Çökelez Berg und war sich die Böschung hinunter.

An jenem Morgen war der Sohn des Fürsten von Denizli auf Jagd gegangen. Sein Weg führte hier vorbei. Er sah vom Berg herab und was sieht er? In einem Teich, der vom heiß den Berg hinuntersickernden Wasser gebiltet worde, liegt der Leichnam eines Mädchens schön wie ein Stück vom Mond. Er lief hinunter, nahm das Mädchen in die Arme, und lauschte ihrem Herzen. Sie ist bewusstlos, aber sie lebt! Er legt sie auf den Rücken seines Pferdes und reitet im gestreckten Galopp zum Seraille. Die Geschichte endet dann mit einer vierzig Tage und vierzig Nächte währenden glücklichen Hochzeit. Die glücklich zu preisende Braut der Hochzeit ist die Tochter des armen Holzfällers, die sich das Leben nehmen wollte, da sie ihre Häßlichkeit nicht länger ertragen konnte.

Die Heilwasser von Pamukkale hatte ihre Häßlichkeit fortgetragen und ein Schneewittschen [eigentlich Baumwollprinzessin=pamuk prenses] geschaffen und ihr eine Schönheit ohnegleichen verliehen.

 

Die Historiker datieren die Gründung der Stadt Hiera oder Hierapolis bei Pamukkale auf 190 v. Chr., und verzeichnen, dass der König Telefos von Misya die Stadt nach seiner schönen Frau Hiera benannt hat.

Denizli und Umgebung geriet während der Landnahme der Seldschuken in Türkische Hand. Im Jahre 1147, in dem der zweite Kreuzzug begann, lieferte der französische König Louis in Kaziklibel nahe Denizli dem Seldschukischen Heer eine Schlacht und erlitt eine große Niederlage. Im Schutz der Dunkelheit konnte er gerade sein Leben retten und nach Antalya fliehen.

 

Die Heilige Jungfrau von Denizli

Die Heldentaten der Türken, die sie während der Kreuzzüge bei der Verteidigung der Heimat vollbracht haben, sind in die Lieder eingegangen. An den Außeinandersetzungen mit den Kreuzfahrern hat, zusammen mit der Vorhut des Sultans Mesut d. I., ein Mädchen namens Fatma Yildiz Hatun aus einer der Türkmenischen Sippen Denizlis teilgenommen. Dieses Mädchen, das geschickter ritt als die berühmtesten Helden, mit dem Bogen schoss und das Schwert führte, hat alle Türkmenischen Sippen in Aufruhr gebracht und um sich versammelt, mit ihnen schloss sie sich dem Seldschukischen Heer an und bewies ihren großen Nutzen bei den geschlagenen Schlachten. Die Historiker haben ihr den Namen die Türkische Jean D'Arc gegeben und Fatma Yildiz Hatun wird heute mit allen ihren Heldentaten in der Umgebung Denizlis besungen. Sie nennen sie Kiz Evliya, was Helige Jungfrau oder Jungfräuliche Heilige bedeutet.

Denizli war in den letzten Jahren des Seldschukischen Reiches das Zentrum des Fürstentums der Inancogullari, später geriet es unter die Verwaltung der Germiyanogullari. Damals war Denizli unter dem Namen Ladik bekannt und war Sommerresidenz des von Kütahya aus regierenden Schah Germaniyanoglu Süleyman. Als Schah Süleyman 1381 seine Tochter Devlet Hatun mit Yildirim Beyazit verheiratete, schenkte er Denizli und Umgebung den Osmanen. So geriet Denizli unter osmanische Herrschaft, entwickelte sich als ein Zentrum der Kunst und der Kultur und schmückte sich mit historischen Bauwerken.

In Denizli sind die Rosen eine Klasse für sich. Diese Rose, die mit ihrem Duft und ihrer Farbe eigentümlich für Denizli ist, nennt man "bahtiyarî"[die Glückliche]. Wer diese Rose zieht, die an einem Zweig sieben Mal blüht, den preist man glücklich.

Es heißt, dass Bahtiyar, der einmal Gärtner im Privatgarten des Fürstens von Denizli war, sich in dessen gertenschlanke, wie eine Rose gutgewachsene, wunderschöne Tochter verguckt hatte. Auch wenn sein Wunsch nicht in Erfüllung ging, das Feuer seines Herzens hat er der Farbe der Rosen, die Flamme seiner Liebe ihrem Dufte verliehen. Damit diese nicht ihre Farbe verloren, brachte er sie unter sorgfältiger Pflege Tag und Nacht dazu, zu allen Jahrezeiten zu blühen. Bahtiyar erlebte nicht die Erfüllung seiner Wünsche, die aber wie Bahtiyar später diese Rose zogen, sehr wohl. Wer diese Rose in seinem Haus und einen Sohn hatte, der heiratete, wer eine Tochter hatte, die fand einen Mann. Dieser Glaube lebt fort im traditionellen Rosenfest in Denizli, zwischen Rosensträußen tanzen die Mädchen die Halay [ein Reigen], die Männer den Zeybek.

 

 

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