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Zuchtvorrausetzungen, Kenntnisse und Kriterien für eine erfolgreiche Kampfhuhnzucht

Was macht eine erfolgreiche Hühner-, bzw. Kampfhuhnzucht aus? Eine erfolgreiche Zucht setzt sich, meiner Meinung nach, aus verschiedenen Kriterien zusammen. Dies sind in erster Linie geeignete Zuchttiere, die Kenntnissen und Eigenschaften des Hühnerzüchters und die daraus resultierende Erfahrung. Spitzentiere sind die Basis einer jeden guten Hühnerzucht, fehlt dem beginnenden Züchter aber die Liebe zum Tier, ein hohes Maß an Einfühlvermögen und die Bereitschaft zu lernen, dann wird dieser Züchter nicht in dem Maße erfolgreich sein wie er es gern hätte.

 

Übersicht

Zuchtvoraussetzungen 
- Geeignete Zuchttiere
- Geeignete Unterbringungsmöglichkeiten der Tiere

Kenntnisse und Eigenschaften eines Hühnerzüchters 
- Züchterkunde
- Praktische Zuchtarbeit
- Die Fütterungslehre - Ernährung und Fütterung des Geflügels
- Haltung und Aufzucht
- Gesundheitslehre
- Krankheitslehre
- Schlachtung
- Praktische Eigenschaften des Züchters

Was zeichnet einen guten Kampfhuhnzüchter aus? 
Epilog

 

 

Zuchtvoraussetzungen

Geeignete Zuchttiere

Dies setzt voraus:

1. Kenntnisse des Züchters über die verschiedenen Rasseeigenschaften
2. Leistungsfähige Elterntiere (Zuchttierauswahl)
3. Tiere mit hohem Zuchtwert (Abhängig welche Erbanlagen es an seine Nachkommen abgibt)
4. Nur gesunde, vitale und fruchtbare Tiere zur Zucht verwenden


Geeignete Unterbringungsmöglichkeiten der Tiere

1. Ausreichend dimensionierte Ställe für Zuchtstämme und der Nachzucht
2. Entsprechend große und eingezäunte Ausläufe
3. Hahnenboxen für die Unterbringung der einzelnen Hähne

 

Kenntnisse und Eigenschaften eines Hühnerzüchters

Bei guten Züchtern staune ich immer wieder über deren Fachkenntnis in den verschiedensten Bereichen, meist sind es wandelnde Fachlexika und dies nicht nur im Bereich der Hühnerzucht. Das heißt jetzt aber nicht das gute Hühnerzüchter Abitur haben müssen -  Nein! In der Regel sind es Menschen die es vermögen über Ihren Tellerrand zu schauen, ein sehr großes Einfühlungsvermögen in ihre Tiere haben und sich Zusammenhänge von Natur und Umwelt erschließen können.
Nachfolgend habe ich aufgeführt welches Wissen bei vielen Züchtern in großem Maße vorhanden ist.


Züchterkunde

Vererbungslehre

1. Die Wirkung von Erbgut und Umwelt
2. Der Mechanismus der Vererbung
3. Kenntnisse der qualitativen Vererbung beim Huhn (Gefiederfarbe, Kammausbildung, usw.)
4. Kenntnisse der Vererbung quantitativer Eigenschaften (Vitalität, Fruchtbarkeit, Leistung, Ausdauer, etc.)


Zuchtmethoden

1. Reinzucht (Linienzucht)
2. Kreuzungszucht
3. Inzucht
4. Linienkreuzung


Praktische Zuchtarbeit

1. Ermittlung des Gesundheitszustandes der Tiere
2. Leistungsprüfung der Zuchttiere
3. Überprüfung von Vitalität und Fruchtbarkeit
4. Selektion nicht Zuchtgeeigneter Tiere


Die Fütterungslehre - Ernährung und Fütterung des Geflügels

1. Kenntnisse der Verdauung des Huhnes
2. Energiestoffwechsel
3. Die Rolle der Wirkstoffe im Stoffwechsel
4. Erhalt- Leistungs- und Rekonvaleszenznahrung
5. Futterbedarf (Grundumsatz, Erhaltungs- und Leistungsbedarf)


Das Futter und seine Zusammensetzung

1. Die Grundnährstoffe der Futtermittel
2. Die Bedeutung der einzelnen Nährstoffe
3. Das Nährstoffverhältnis


Futtermittelkunde

1. Getreidearten
2. Eiweißfuttermittel
3. Mühlenprodukte
4. Mineralien- und vitaminreiche Futtermittel
5. Futtersorten


Wirkstoffe

1. Vitamine
2. Mineralstoffe
3. Eiweiße
4. Kohlenhydrate

Haltung und Aufzucht

1. Unterbringung der Hühner (Stallbau, etc.)
2. Der Auslauf (Auslaufpflege, Zaunbau, etc.)
3. Die Brut (Natur- und Kunstbrut)
4. Kükenaufzucht
5. Jungtierhaltung
6. Kenntnisse im Sozial- und Komfortverhalten von Hühnern


Gesundheitslehre

1. Allgemeine Kenntnisse in der Anatomie des Huhnes
2. Verdauungssystem
3. Atemssystem
4. Harnsystem
5. Geschlechtsapparat
6. Nervensystem
7. Haut


Krankheitslehre

1. Nicht infektiöse Krankheiten (Verletzungen, Erfrierungen, Vergiftungen, etc.)
2. Infektiöse Krankheiten (Virus- und Bakterielle Krankheiten)
3. Tierische Erreger (Bekämpfung von Ektoparasiten & Endoparasiten)
4. Hygiene
5. Zucht-, Brut- und Aufzuchthygiene
6. Stallhygiene (Reinigung & Desinfektion)
7. Pflege und Krankheitsvorsorge
8. Impfungsarten

Schlachtung

1. Tierschutz gerechte Schlachtung
2. Rupfung und Geflügelfleischerzeugung
3. Tierkörperbeseitigung


Praktische Eigenschaften des Züchters

1. Kenntnisse im Stallbau und dessen Wartung
2. Auslaufpflege
3. Stallreinigung
4. Die Handhabung der Tiere

 

Was zeichnet einen guten Kampfhuhnzüchter aus?

1. Die Liebe zum Tier
2. Sachverstand im Umgang seiner Tiere
3. Ein gutes Gespür für die einzelnen Eigenschaften der Zuchttiere
4. Das Bestreben seine Zucht ständig verbessern zu wollen
5. Eine gute Beurteilungsfähigkeit zur Bestimmung des Gesundheitszustandes der Tiere
6. Ein gutes Auge für die Bestimmung von Leistung, Ausdauer und des Kampfstiles
7. Die Bereitschaft des Züchters einen großen Teil seiner Freizeit für seine Tiere zu opfern
8. Das Streben neues hinzuzulernen und sein Wissen zu erweitern
9. Geduld
10. und in der Regel einen Partner und Familie, denen es nichts ausmacht, wenn der Züchter fast immer bei seinen Hühnern sein möchte Smiley

 

Wer sich mit der Hühnerzucht, bzw. mit der Kampfhuhnzucht, befasst wird bald merken wie anspruchsvoll und interessant dieses Hobby ist. Die Menschen die über das Hobby der Geflügelzucht mitleidig lächeln, denen fehlt meist das geistige Vermögen sich deren Komplexität zu erschließen.

Die Geflügelzucht ist ein sinnvolles Hobby, vereint es doch die Haltung von Tieren mit der Erfahrung, Natur in ihrer ehrlichsten Art zu erleben. Schade dass nur noch wenige Kinder den Werdegang eines Huhnes erleben können. Die Faszination vom Schlüpfen eines Kükens, das Führen der Küken durch die Glucke, bis hin zur Selektion von Tieren für die eigene Ernährung. Dies ist ehrlicher als beim Großdiscounter Geflügel zu kaufen das unter Tierverachtender Weise produziert wurde.

 

Andi Haller