Der Erlanger Kükenkasten
Für die Aufzucht nur weniger Küken hat sich der Erlanger Kükenkasten gut bewährt. Er ist billig herzustellen; zum Abdecken des Kastens läßt sich gut ein altes, überzähliges Fenster verwenden.
Die Wände und der Boden sind aus Holz gearbeitet. Es empfiehlt sich, namentlich den Boden, unter Umständen auch den Deckel, außen mit Dachpappe zu überziehen, damit die Feuchtigkeit weder von oben noch von unten die normale Entwicklung der Küken schädigen kann.
Die billigste Beheizung des Kastens bildet eine Wärmeflasche, die täglich 3-4 mal mit heißem Wasser gefüllt wird. Aber auch ein elektrisches Heizkissen ist verwendbar. Man achte jedoch darauf, dass es nicht zu heiß wird, und schalte rechtzeitig zurück. Zur Isolierung dieser Wärmequelle wird der Raum zwischen Lattenrost und Deckel mit einer alten Decke oder einem Sack ausgefüllt. Bei Verwendung eines elektrischen Heizkissens ist es ratsam, dasselbe mit einer Asbestplatte abzudecken, um jegliche Gefahr einer Überhitzung bzw. Brandgefahr auszuschalten:
Am besten ist daher eine kleine elektrische Heizplatte, die nicht mehr Strom verbraucht als eine Glühbirne mit 40 Watt. Solche Heizkörper haben sich gut bewährt, weil die Tiere immer die richtige Wärme haben, die Wärmezuführung keine Arbeit macht und der Stromverbrauch denkbar gering ist.
Sind die Bretter nicht in Nut und Feder gearbeitet, so kann zur besseren Isolierung des Warmraumes das Aufnageln von Dachpappe auch an den Seitenteilen empfohlen werden. Der Kükenkasten dient als Schlaf- und Aufenthaltsraum für 15 Hennenküken bis zum Alter von 6-7 Wochen. Bei kalter Witterung können die Küken gut im Kasten in einer Stube gehalten werden, da die Tierchen genügend Raum haben, um sich Bewegung zu schaffen, ohne den Raum, in dem der Kasten steht, zu beschmutzen. Bei schönem Wetter wird der Kasten im Obstgarten aufgestellt, und zwar so, dass er wohl warm aber nicht in der prallen Sonnenhitze steht. Bei warmem Wetter müssen die Lüftungsklappen an der Seite unbedingt geöffnet sein, da sich sonst unter dem Glasfenster so starke Wärme entwickelt, dass die Tiere zugrunde gehen.
Als Auslauf umzäunt man ein kleines Stück Rasenfläche — etwa 5 Meter im Durchmesser — und wechselt denselben, sobald das Gras abgeweidet ist. Ein öfteres Verstellen des Kükenkastens auf neuen Boden ist unbedingt notwendig. Im Allgemeinen genügt es, einige Pflöcke in den Boden zu schlagen und das Kükengeflecht daran zu befestigen, so dass ein Verlegen keine Schwierigkeit bereitet.


