Tipps zur Brut mit einem Flächenbrüter
Eigentlich nur für eventuelle Notfälle habe ich mir einen gebrauchten Flächenbrüter (Bruja400) zugelegt. Zwischenzeitlich benutze ich ihn fast jedes Jahr um die im Flächenbrüter geschlüpfte Küken der Glucke unterzuschieben. Das hat zwei Vorteile:
1.) Der Glucke kann so mehr Küken untergeschoben werden, als sie in der Lage wäre Eier auszubrüten.
2.) Eine besserer Bruteikontrolle. Ich kann im Brüter Eier anderer Hennen einlegen und nach dem Schlupf markieren, so weis ich welches Küken von welcher Henne ist. Schlüpfen alle Küken unter der Glucke, so habe ich keine Kontrolle, welches Küken aus welchem (beschriftetem) Brutei geschlüpft ist.
Grundsätzlich rate ich jedem sich an die Original Gebrauchsanweisung des Herstellers zu halten. Produktinformationen & Gebrauchsanweisung zum Bruja400 gibt es hier.
Der Hersteller gibt, unter anderem, folgende Tipps:
- Die ersten 2 Tage den Brüter geschlossen halten
- Ab 3.Tag die Eier 3x täglich wenden
- Ab dem 10.Tag die kleine Wasserrinne befüllen
- Ab 10. Tag schieren
- Ab dem 18.Tag zusätzlich die mittlere Wasserrinne befüllen
- 3 Tage vor Schlupf die Eier nicht mehr wenden!
Ich persönlich mache es etwas anders als in der Originalanweisung beschrieben und habe trotzdem zu 100% ein gutes Schlupfergebniss.
Bruteier & Bruttemperatur
Grundsätzlich gilt: Je besser die Bruteiqualität (Das Brutei, Bruteibehandlung, Bruteilagerung, Bruteialter, Bruteierversand und der Kauf von Bruteier) ist, umso besser wird auch das Schlupfergebnis sein, vorraussgesetzt natürlich das ein Hahn auch zu 100% befruchtet. Ausserdem ist auch auf eine gute Bruteiqualität zu achten. Verschmutze und defekte Eier haben in einem Brüter nichts zu suchen. Ausserdem ist darauf zu achten, das bei diesen Arten von Flächenbrüter die Eier die gleiche Größe haben sollten. Diese Flächenbrüter besitzen eine obenliegende Heizschnur, die Bruttemperatur wird an der Oberkante der Eier gemessen und dementsprechend eingestellt. Sind die Eier nun verschieden groß, herscht an den unterschiedlichen Eier auch unterschiedliche Temperaturen.
Ich stelle mittels Thermometer die Bruttemperatur auf 38,3 Grad an der Eioberkante ein, dann sollte es in der Eimitte 37,8 Grad haben.
Die halbautomatische Wende habe ich entfernt damit ich das Thermostat nicht nachregeln muß, wenn vor dem Schlupf die Wendehorte (Die Wendehorde ist höher als das Drahtgitter für den Schlupf) entfernt werden muß. Bei meinem Flächenbrüter benötigte ich fast immer einen ganzen Tag bis die Temperatur wieder korrekt eingestellt war, deswegen bin ich dazu über gegangen ohne Wendehorde zu brüten.
Wendung und Wasserzufuhr im Flächenbrüter
Die Eier liegen bei diesem Modell normalerweise auf der halbautomatischen Wendung und die Eier müssen täglich 2-3 mal per Hand gewendet werden. Laut Originalanweisung sollen die Eier nur einmal "belüftet" werden sollen, damit nicht jedesmal das Brutklima zusammenbricht, wenn der Flächenbrüter geöffnet wird. Da ich aber die halbautomatische Wendehorde entfernt habe, wird bei mir in diesem Fall der Flächenbrüter bei jeder Wendung geöffnet. Die ersten 3 Tage nach Eieinlage lasse ich den Brüter geschlossen, danach wird einmal am Tag für ca. 10 Minuten der Brüter offen stehen gelassen. Das simuliert die Glucke bei Naturbrut. Die Glucke in der Naturbrut verläßt ja auch einmal täglich das Nest um sich zu entleeren und zu fressen. Je nach Aussentemperatur sind bei mir die Glucken bis zu 20 Minuten vom Nest. Bei meiner Art der Brut mit meinem Flächenbrüter, wende ich die Eier nur 2 mal pro Tag. Bei einer Wendung schließe ich den Flächenbrüter sofort wieder, bei der 2. Wendung lasse ich wie oben beschrieben, den Brüter für länger offen stehen. Da ich bei meinen Glucken beobachten konnte, das sie ihre Eier neu sortieren und dabei wenden wenn sie wieder das Nest betreten, wende ich die Bruteier erst am Ende der 2. Lüftung.
Wasserzufuhr
Beim befüllen der Wasserrinnen, nach Angabe des Herstellers, nehme ich immer vorgewärmtes Wasser. Dann benötigt das Thermostat nicht so lange bis er wieder die eingestellte Temperatur im Brüter hergestellt hat. Ansonsten muß er zusätzlich auch das frisch eingefüllte Wasser mit aufheizen und es brauch einiges an Zeit, bis wieder das optimale Brutklima im Flächenbrüter herrscht.
Der Schlupf
Schon 1-2 Tage vor Schlupf kann ein Piepsen aus den Eiern zu hören sein. Die Versuchung ist zwar groß, aber ich helfe den Küken nicht beim Schlupf, auch wenn ein Küken mal 24 Stunden später schlüpft als die anderen. Meist kommt das bei ältere Bruteier vor. Meiner Erfahrung nach, brauchen Küken die aus über 3 Wochen alte Bruteier stammen, fast 24 Stunden länger zum Schlupf als der Rest der Küken.
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Geschichte der Kunstbrut bei Hühner, oder eine kleine Abhandlung über künstliche Glucken.








