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Rund ums Brutei (Bruteibehandlung, Bruteilagerung, Bruteialter, Bruteierversand, Kauf von Bruteier)

von Andi Haller

Weiterführender Artikel: Controling egg for hatching - Bruteikontrolle per Video

Das Brutei

Meine Hinthennen legen Eier mit einem Gewicht von durchschnittlich 55,48 Gramm

Möchtest Du selber Bruteier von Deinen Hühnern zum Verkauf anbieten, dann biete nur Eier, aus deren Nachzucht Du auch züchten würdest, an. Für eine gute Bruteiproduktion ist es wichtig, dass Deine Tiere 100% gesund sind und vernünftig ernährt werden. Bei meinen Hint fängt sehr früh im Jahr der Bruttrieb an, gerade im Winter achte ich deshalb für eine vitaminreiche Ernährung, in der alle notwendigen Wirkstoffe enthalten sind. Nicht nur deshalb besorge ich mir im Winter beim örtlichen Discounter Gemüse- und Obstabfälle für meine Hint. Du kannst aber auch auf hochwertiges Hühnerfutter zurückgreifen, das mit Vitamin- und Mineralstoffen angereichert ist. Zusätzliche Vitamin- und Mineraliengaben sind auch möglich. Tu ihnen aber nicht zuviel des Guten, denn sind die Hennen verfettet, legen sie wenige oder sogar keine Eier mehr.

Manchmal begehen Jungzüchter den Fehler; gerade in der Zuchtzeit besonders eiweißhaltiges Futter (Proteine in der Kampfhuhnzucht) zu verabreichen. Eine Ernährung mit zu hohem Eiweißgehalt (z.B. viele Legepellets) entsteht im Ei ein deutlicher Eiweißüberschuss, der vom Küken während des Wachstums im Ei nicht ausreichend abgebaut werden kann. Somit bleibt eine große Menge an Eiklar (eine geleeartige Masse) zurück, in dem das Küken ersticken bzw. ertrinken kann.

Das Absterben geschieht während der letzten Bruttage, meist erst während der Schlupfphase, weil das bereits geschwächte Küken die Kraft zum Schlupf nicht mehr aufbringt. Die Küken, die dann den Schlupf schaffen, sind verklebt und trocknen nur sehr langsam.

Nicht jedes Ei, das gelegt wurde, ist ein Brutei!


Rund ums Brutei

Muschelkalk (Grit) steht meinen Hühnern jederzeit zur Verfügung, das sorgt für eine starke Eierschale. Im Freilauf konnte ich auch schon beobachten, wie Hennen leere Schneckenhäuser verzehrt haben, das liegt wohl in der Natur der Tiere, dass sie instinktsicher für einen ausgewogenen Calciumhaushalt sorgen.

Abnorm geformte Eier, die einen Kalkring besitzen, zu kleine und auch zu große Eier bringen erfahrungsgemäß eine schlechte Brutrate. Ich persönlich verzichte darauf, von zu jungen Hennen, die ihre erste Legephase haben, die anfallenden Eier als Bruteier zu nehmen. Auch bei älteren Hennen, die wieder anfangen zu legen (s. Artikel „Abgewöhnung des Bruttriebes“) nehme ich die ersten Eier lieber zum Verzehr als zur Bruteigewinnung. Dazu habe ich eigentlich keine rationellen Gründe, das ist eher eine Gefühlsache.

Für Deine Tiere ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung genau so wichtig wie für Dich selber. Stopfst du nur Junk-Food in Dich rein, bist du nicht in der Lage, Höchstleistung zu vollbringen. Genau so verhält es sich mit Deinen Tieren. Und für unsere Hühner ist das Eier legen eine Höchstleistung, die nicht zu unterschätzen ist.

 

Bruteibehandlung

Da meine Hint Horoz in einem unisolierten und ungeheizten Stall gehalten werden, ist es bei großer Kälte manchmal schwierig, das Eier nach der Eiablage rechtzeitig aus dem Nest zu holen, ohne dass es vorher durchfrostet ist. Trotzdem bin ich immer wieder erstaunt, dass selbst durchgekühlte Bruteier einen guten Schlupf erbringen. Bei Eiern, die einer Temperatur unter 5°C ausgesetzt waren, kann es bei den Küken zu Missbildungen kommen oder sie verlieren gänzlich ihre Entwicklungsfähigkeit. Bei Bruteiern, die zum Verkauf bestimmt sind, achte ich deshalb darauf, dass sie sofort nach der Eiablage aus dem Nest genommen werden. Das schützt sie vor Unterkühlung und nebenbei hast Du eine bessere Kontrolle, von welcher Henne das Ei ist. Von einem Züchter, der nicht die Möglichkeit besitzt, die Eier tagsüber regelmäßig aus den Nestern zu nehmen, erfuhr ich, dass er pro Zuchtstamm nur ein Legenest besitzt. So werden in der kalten Jahreszeit die gelegten Eier immer wieder erwärmt, weil die verschiedenen Hennen über den Tag verteilt ihre Eier ablegen und so nebenbei die bereits gelegten Eier nie ganz abkühlen.

Meine Legenester lege ich dick mit Stroh aus, so dass sich immer noch eine gute Lage Stroh unter den Eiern befindet wenn die Henne tief ins Nest einsitzt. Manche Züchter haben unter dem Stroh noch eine Lage trockene Sägespäne, auch die schützt von unten gegen Kälte und polstert das Nest gut aus. So kommt es kaum zum Zerbrechen der Eier.

Möchtest Du die anfallenden Eier markieren und mit Datum versehen, nimm nur einen Bleistift und keinen Edding oder andere Marker. Durch diesen können chemische Fremdstoffe durch die Schale ins Eiinnere dringen und dadurch das Brutei schädigen. Meiner Erfahrung nach bringt die Brut durch eine Glucke auch bei ungünstig gelagerten Bruteiern eine bessere Schlupfrate als bei der Kunstbrut, das mag aber auch an der Rasse und an den verschiedenen Haltungsbedingungen liegen.

Da ich selbst die Naturbrut bevorzuge, macht es mir persönlich nichts aus, wenn die Eier mal ein klein wenig verschmutzt sind. Durch die regelmäßige Bewegung der brütenden Henne werden die Eier mit der Zeit blank gerieben. Sollte der Käufer deiner Bruteier diese im elektrischen Brüter zum Schlupf bringen, sollte er diese aber vorsichtig reinigen. Nie aber mit Wasser, das Spülmittelzusätze enthält!!

 

Bruteilagerung

Bruteier, die ich aus dem Nest geholt habe, werden bei mir erst einmal genau auf Beschädigungen untersucht. Zeigen sich Dellen oder feine Risse, werden diese Eier aussondiert. Gelagert werden die Eier bei einer Temperatur von ca. 8-14°C. Der Raum, in dem die Eier gelagert werden, sollte nicht zu trocken und zu warm sein. Denn eine hohe Trockenheit in Verbindung mit erhöhter Temperatur lässt zuviel Feuchtigkeit aus dem Brutei verdunsten. Auch sollten größere Temperaturschwankungen vermieden werden, genau so wie Zugluft und Sonneneinfall auf die Bruteier.


Rund ums Brutei
Rund ums Brutei

Die Meinungen gehen stark auseinander, ob die Eier nun stehend in Eierkartons oder liegend gelagert werden sollten. Früher habe ich meine Bruteier immer stehend gelagert, mit der Zeit bin ich dazu übergegangen, die Bruteier liegend zu lagern. Seitdem liegt die Schlupfrate bei nahezu 100%. Dabei ist es aber sehr wichtig, dass die Eier täglich 1-2-mal halb um ihre Längsachse gedreht werden. Das verhindert ein Senken der Eiweißschichten und dass diese dadurch an der Schalenhaut festkleben. Diese Art der Bruteilagerung kommt der natürlichen Lagerung der abgelegten Eier am nächsten, bei der die Eier immer dann bewegt werden, wenn die Henne ein neues Ei in ihr Nest dazulegt. Auch später beim Brüten dreht die Henne regelmäßig ihre Eier, in der Regel 1-mal am Tag, nachdem sie abgekotet und gefressen hat.

 

Bruteialter

Auch hier ist darauf zu achten, ob das Ei für Kunst- oder Naturbrut gedacht ist. Möchte jemand Bruteier für die Kunstbrut, dann bekommt er Eier, die möglichst frisch und nicht älter als ca. 8 Tage sind. Denn rechnet man noch die Versanddauer (und die darauf folgende empfohlene 24 – 48-stündige Eiruhe) dazu, kommt man locker auf 10-12 Tage Bruteialter. Älter sollten die Eier bei Kunstbrut nicht sein. Sind die Bruteier älter, kann es leicht zum Absterben der sich entwickelnden Keimlinge und zu einem stark verzögertem Schlupf kommen oder auch zu Missbildung der geschlüpften Küken.

Sammle ich selbst bei meinen Tieren Eier für die Naturbrut, dann können sie ruhig 2-3 Wochen alt sein. Auch dann beträgt in der Regel die Schlupfrate 95-100%. Diese Eier wurden dann aber auch optimal gelagert und mussten keine Erschütterungen durch einen evtl. Transport überstehen. Aber ich habe auch schon gelesen, dass 4 Wochen alte Bruteier noch eine befriedigende Schlupfrate hatten.


Rund ums Brutei

Bruteierversand

Viele Verkäufer von Bruteiern machen sich leider nicht die entsprechende Mühe, ihre zu versendenden Bruteier richtig zu verpacken. Das Ergebnis sind dann kaputte Eier oder ein durch starke Erschütterungen hervorgerufenes Absterben der Küken während der Brut. Dies ist aber auch bei gut verpackten Eiern leider immer wieder der Fall, da die Kartons oft während des Versandes ruppig behandelt werden. Da hilft dann auch kein Aufkleber und keine Aufschrift „Vorsicht Glas!“, dies scheint manche Zeitgenossen bei den Lieferfirmen dazu  zu ermutigen, die Pakete extra schlecht zu behandeln. Auch mit dem Versand durch Privatfirmen habe ich keine anderen Erfahrungen gemacht, zu sehr sind die Auslieferungsfahrer im Stress, um sich sorgfältig um jedes einzelne Postgut kümmern zu können. Also heißt es, die Eier bestens zu verpacken!

Jedes einzelne Ei wickle ich vorsichtig in weiche Papiertücher und stelle sie in einen handelsüblichen Eierkarton. Wenn der Eierkarton geschlossen ist, dürfen sich die Eier nicht mehr bewegen können, aber auch nicht so unter Druck stehen, dass sie bei der kleinsten Belastung platzen. Die verschlossenen Eierkartons werden noch mit Tesa oder einem Gummi gegen ein unbeabsichtigtes Öffnen gesichert. Durch die umwickelten Eier funktioniert manchmal der Verschlussmechanismus der Eierkartons nicht mehr richtig, so dass sich diese im Versandkarton öffnen könnten.


Rund ums Brutei

Die Eierkartons werden bei mir in größere Kartons verpackt, so dass sich mindestens 20cm Verpackungsmaterial um die Eierkartons befindet. Gut bewährt haben sich Verpackungschips und Luftkissenmaterial in Verbindung mit zerknülltem Zeitungspapier. Wichtig ist, dass die Eierkartons nicht mit einer Seite des Versandkartons in Verbindung kommen und von allen Seiten gegen Stoß geschützt sind. Ich versuche, die Kartons immer möglichst leicht zu halten, denn schwere Kartons schlagen ungleich härter auf, wenn sie aus Versehen einmal herunterfallen sollten, als leichte Kartons.

 

Kauf

Kaufe nur Bruteier von Züchtern, deren Tiere du kennst, oder wo Du Dir sicher sein kannst, dass der Züchter seriös ist und Dir nicht irgendwelche Eier von Tieren verkauft, die sich nicht zum Züchten eignen.Sind die Eier erst einmal ausgebrütet und Du hast im Laufe der Aufzucht viel Herzblut in die Tiere investiert, wird die Enttäuschung sehr groß sein, wenn Du feststellst, dass die Versprechungen des Bruteierverkäufer falsch waren.