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Kampfhühner im Winter
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Kampfhühner im Winter – Huhn und Kälte

Hier gehts zum Nachtrag vom 22.Januar 2009

Eigentlich wollte ich ein wenig was zur Ernährung meiner Hühner im Winter und zur Verfütterung von Zwiebel & Knoblauch schreiben, da aber gerade Nachtemperaturen um die -20°C herrschen, hab ich noch etwas Allgemeines zum Thema Huhn und Kälte recherchiert.


Hat sich das Haushuhn unserem Klima in Europa angepasst?

Unser Haushuhn (Gallus gallus domesticus) gehört zwar zur Familie der Fasanenartigen (Phasianidae), wie das Alpenschneehuhn (Lagopus muta) auch, besitzt aber nicht dessen Anpassung an das winterliche Klima. Unser Haushuhn hat seine Wurzeln in tropischen Breitengraden, das Schneehuhn in den alpinen Hochlagen. Das Federkleid des Schneehuhnes hat sich an die Kälte, durch Bildung zusätzlicher Daunenfedern an der Basis jeder Feder, angepasst, dieses flauschige Unterkleid isoliert hervorragend gegen Kälte. Unsere Haushühner hingegen besitzen keinerlei Körperlichen Anpassungen an winterliche Temperaturen, es gibt also keine Haushuhnrasse die vom Organismus her Kälte besser vertragen als andere! Die stärkere Befiederung der Haushühner, im Vergleich zu unseren Kämpfern, hat also nichts mit Anpassung an klimatische Veränderungen zu tun, sondern entstand durch die Zuchtauswahl durch uns Menschen! Der Stoffwechsel unserer Hühner ist nicht auf alpine Kälte eingestellt, wie das zum Beispiel bei Murmeltier und Bären der Fall ist, diese können ihre Körpertemperatur auf 3 Grad Celsius drosselt und bis zum Frühjahr derart „runtergefahren“ in ihren Verstecken überwintern.

Fazit: Unsere Haushühner besitzen KEIN Wintergefieder, sie verlieren also Unmengen an Körperwärme trotz Gefieder – sie müssen also um diese enorme Heizleistung im Winter zu erbringen, das ihnen gereichte Futter optimal verwerten. Da ist es natürlich Vorraussetzung das wir ihnen die entsprechende Nahrung reichen damit sie diese auch in die dringend benötigte Energie umsetzen können.

Wir (oder eher unsere Hühner) haben aber außer der Kälte im Winter, noch mit dem Problem der verkürzten Tage zu kämpfen. Der Stoffwechsel des Haushuhnes ist auf weniger als 12 Stunden ohne Licht eingestellt. Untersuchungen haben gezeigt, das nach 2 Stunden (nach Nahrungsaufnahme) die ersten Futterreste im Kot auftauchen, nach 9 Stunden sind markierte Eiweiße im Gefieder zu finden. Das Fassungsvermögen eines Hühnerkropfes hat nicht die Kapazität um den Stoffwechsel eines Huhn ausreichen lang in den Winternächten zu versorgen. Wenn also das Huhn im Winter bis zu 16 Stunden ohne Licht (und ohne Nahrungsaufnahme) auf der Stange sitzt, kann sich jeder selbst ausrechnen wann der Abbau am Tier, aus Mangel an nachreichendem Futter (bzw. Energie), einsetzt.
Unsere Kämpfer mit der knappen Befiederung benötigen etwas mehr Energie als normale Haushühner, weil sie mehr frieren als ihre reichlich befiederten Haushuhnfreunde. Und es heißt noch lange nicht, das Kälte unseren Kämpfern nichts ausmacht weil sie extreme Situationen gut aushalten, Hühner können weder zittern, noch sonst wie äußern das ihnen zu kalt ist.

„Ab ca. 0°C Außentemperatur versucht sich das Huhn mit physiologischen Veränderungen (Zusammenziehung der Blutgefäße an der Körperoberfläche, Umstellung des Hormonhaushaltes, Steigerung des Stoffwechsels) der Kälte anzupassen. Auf Grund der Kälte ist der Grundumsatz im Winter größer als im Sommer. Der Grundumsatz wird vom Geschlecht, der Körpergröße, dem Ernährungszustand, dem Lebensalter, der Tageszeit und der Außentemperatur bestimmt.“ [ENGELMANN]

Also heißt das nichts anderes, dass unsere Hühner bei Kälte einen deutlich höheren Grundumsatz, bzw. Energieverbrauch, besitzen und wir Hühnerhalter dies bei der Unterbringung und einer bedarfsgerechten angepassten Ernährung unserer Tiere Rechnung tragen sollten.


Bei der Unterbringung muss auf eine trockene, zugfreie und trockene Behausung geachtet werden. Bei mir haben die Hühner auch bei größter Kälte die Möglichkeit die Ställe zu verlassen, allerdings verbringen sie manchmal einen großen Teil des Tages im Stall der dick mit Sägespänen ausgestreut ist.

Da der Energiegehalt des reinen Körnermischfutters für den gesteigerten Grundumsatz nicht mehr ausreicht, sollte Energie in zusätzlicher Form hinzugefügt werden. Fette dienen als Energiequelle zur Erzeugung Körperwärme und als Botenstoffe von fettlöslichen Vitaminen in der Nahrung. Am Tier bestehende Depotfette sind ein guter und wirksamer Kälteschutz. Im Winter darf ein Kämpfer ruhig auch ein wenig Körperfett besitzen, das hilft dem Tier extreme Kälte auszuhalten und hat absolut nichts mit einem verfetten der Tiere zu tun.

Herrscht extreme Kälte bekommen bei mir die Tiere  immer wieder kleine Extraportionen einer Mischung aus gequetschten Walnüssen (ich habe einen großen Walnussbaum im Garten), Haferflocken, und Rosinen (Manchmal kommt noch Hanfsaat dazu).
Abends bevor die Hühner den Stall aufsuchen, bekommen sie noch mal eine kleine Portion der unten beschriebenen Mischung aus Zwiebel, Knoblauch, Oregano, Karotten und Speiseöl. So haben die Hühner die Möglichkeit ihren Kropf mit dieser Energiereichen Mischung zu füllen. Jüngere Tiere haben im Gegensatz zu älteren Tieren einen höheren Grundumsatz, dieser geht grundsätzlich nachts um 25-28% zurück. Dies kann bei der Fütterung der einzelnen Stämme berücksichtigt werden.

 


Kampfhühner im Winter
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Kampfhühner im Winter
Kampfhühner im Winter
Kampfhühner im Winter
Kampfhühner im Winter

Zwiebel, Knoblauch, Oregano, Karotten & Speiseölmischung

Warum gerade die Mischung aus den oben genannten Zutaten?

Die wirksamen Bestandteile dieser Ölmixtur ergänzen sich untereinander. Knoblauch regt den Stoffwechsel-, Verdauungs- und Entschlackungsmaßnahmen an und schützt vor Magen Darm Infektionen, die Zwiebel unterstützt die einwandfreie Funktion der oberen Luftwege. Die blutreinigende Wirkung und die Stimulierung der Blutzirkulation werden durch diese Kombination verstärkt. Karotten besitzen einen großen Teil Betakarotin, das benötigt wird damit im Körper des Huhnes Vitamin A gebildet werden kann, das Speiseöl wird zur Aufspaltung des Betakarotins benötigt. Oregano ist sehr keimreduzierend und dient außerdem zur Vorbeuge von Kokzidien.

Zwiebel, Knoblauch und Oregano waren schon in (und vor) Zeiten der Römer wichtige Gesunderhaltende Nahrungsmittel, dies gilt gleichermaßen für Mensch und Tier. Warum also nicht davon profitieren, von einem gesunden Tierbestand profitieren nicht nur wir als Tierhalter, sondern in erster Linie unsere Tiere selber.

Infos zu den einzelnen Zutaten

Knoblauch

"Die Inhaltsstoffe des Knoblauchs wirken antimikrobiell und blähungstreibend. Außerdem stehen sie im Verdacht, die Blutfettwerte zu senken und damit vorbeugend gegen arteriosklerotische Veränderungen der Blutgefäße zu wirken."
Quelle: Wikipedia

Infolink zum Knoblauch
http://www.tee.org/BHSD/knoblau.html


Zwiebel

"Die Zwiebel enthält, ähnlich wie die anderen Allium-Arten Knoblauch und Bärlauch, schwefelhaltige Verbindungen, die beim Zerkleinern der Zwiebel enzymatisch zersetzt werden. Bei der Zwiebel entstehen u. a. Propanthial-S-Oxide, die das Augentränen verursachen. Es werden ähnliche Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, wenn auch in schwächeren Ausmaß vermutet, wie sie beim Knoblauch beobachtet wurden. So wurden antimikrobielle, die Blutfettwerte senkende, blutgerinnungshemmende und blutzuckersenkende Eigenschaften beobachtet. Die Zwiebel besitzt jedoch ein größeres Spektrum an Sekundärstoffen als der Knoblauch, die unter anderem auch für die je nach Zubereitungsart unterschiedlichen Geschmacksrichtungen verantwortlich sind."
Quelle: Wikipedia

Infolink zur Zwiebel
http://www.toplife.at/gesundheit/artikel54.html


Oregano

Die Anwendung von Oreganoprodukten bei Tauben bewährte sich schon lange bei unseren Taubenzuchtkollegen. Hier mehr über Oregano zu schreiben kann ich mir sparen, schaut euch einmal die Infos in den Links an.

Infolink zu Oregano
Oregano: Hochwirksam und mehr als nur ein Pizzagewürz
Entzündungshemmer Heilsames Pizzagewürz Oregano
Untersuchungen zum Einsatzspektrum von Oreganopräparaten


Zu den Speiseölen

Das Speiseöl soll in dieser Mischung hauptsächlich als Energieträger fungieren, nehme ich aber in die Mischung noch geraspelte Möhren, dient das Öl zur Aufspaltung des Betakarotin das ohne Fett oder Öl nicht vom Körper aufgenommen werden kann. Wer möchte kann das normale Speiseöl gegen Olivenöl austauschen, dieses ist auf Grund seiner mehrfach ungesättigten Fettsäuren sehr gesund für Mensch und Tier.

Infolinks über Olivenöl
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/259574.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Oliven%C3%B6l
http://www.paracelsus.de/frames.html?/specials/tips/tip_27.html

 


Kampfhühner im Winter
Kampfhühner im Winter
Kampfhühner im Winter
Kampfhühner im Winter


In welcher Form jetzt spezielles Energiereiches Futter in der sehr kalten Jahreszeit den Hühnern gereicht wird, ist so vielfältig wie wir Kampfhuhnzüchter auch sind. Bei einem Züchter konnte ich sehen das er Schlachtabfällen seinen Tieren verfüttert, ein anderer reicht seinen Hühnern in Öl eingelegten Thunfisch, ein anderer hängt Schweinbauchstücke an den Hühnerstall an dem die Hühner immer wieder rumpicken. Wie auch immer - Sind Hühner winterlichen Temperaturen ausgesetzt, benötigen sie ausreichend energiereiches Futter um ihrem gesteigerten Energiebedarf Rechnung zu tragen!

 

Quellen und Links

Info übers Schneehuhn

Sonstige Info

 

 

Nachtrag zum obigen Artikel - Daten, Fakten und Meinungen

Der Energiegehalt des Geflügelfutters ist die wichtigste Kenngröße zum Nährstoffgehalt. Geflügel reguliert durch körpereigene Regelmechanismen die Futteraufnahme vorrangig nach dem Energiebedarf. So führen energiearme Rationen zu erhöhter Futteraufnahme. Energiereichere Mischungen bewirken eine reduzierte Futteraufnahme, aber eine erhöhte
Nährstoffaufnahme und besseres Wachstum.


Wachstums-   Umsetzbare
phase             Energie   Protein 
                       MJ/kg
Aufzucht         11,40     18,00
Reifephase      11,40     15,00
Legephase       11,00     16,50

Quelle:
http://www.etteldorf-metterich.de/pdf/gefluegelfibel.pdf


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Im Landtreffforum wurden mir im Rahmen eines Threads (Hühner - Wieviel mehr Energiebedarf benötigt ein Huhn ein mehr an Grundumsatz, pro Grad Minustemperatur?) von Hauke folgende Daten übermittelt:


- Bei der Berechnung des Erhaltungsbedarf gehen einige von einem erhöhten Erhaltungsbedarf unter 18 Grad aus und andere erst bei 15 Grad.
- Eine 2 KG schwere Henne benötigt als Erhaltungsenergie 807 kj/Tag, pro 100 Gramm Mehrgewicht sind weitere 30 kj/Tag zu veranschlagen
- Pro Gramm produzierende Eimasse werden weitere 9,6 kj/Tag benötigt und pro Gramm Gewichtszuwachs weitere 23 kj/Tag
- Für jedes Grad unter 15 Grad Aussentemperatur weitere 12 kj/Tag für die Erhaltungsenergie
- Generell steigt der Erhaltungsbedarf aber nicht linear, daher arbeiten andere Formeln mit dem Körpergewicht in KG (hoch 0,75)

Leider ist nicht zu lesen, auf welche Haltungsformen sich die Tabelle bezieht, kann mir aber gut vorstellen das eine Henne in Freilandhaltung noch einen Energiezuschlag benötigt weil die Aktivität grösser ist.

Die Energieangaben habe ich übrigens aus dem Buch:

"Geflügelhaltung" von Klaus Damme und Ralf-Achim Hikdebrand entnommen, Seite 28 Tabelle 18
Isbn 3-8001-3929-4

Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung der Legehennen u. Masthühner (Broiler)
Verlag: DLG-Verlag
ISBN-Nr.: 3-7690-0577-5

Im untenstehendem Pdf findest Du auf Seite 8 eine Berechnungsformel zum Thema "Nährstoffbedarf und Versorgung":
Stalltemperatur unter 15°C: ME(kJ/Tag)= (15-Tx7)xKG ¾ = +12 kJ/Tag/°C bei 2 kg KG

Quelle:
http://www.duesse.de/tierhaltung/gefluegel/berichte/pdfs/2008-05-05_gefluegeltag-03.pdf

Dort finden sich auch nachstehende Daten:

Energiezuschlag für Bewegung

+ 5-10% Voliere
+ 10% Bodenhaltung
+ 15% Freiland oder KSR
Erhöhter Erhaltungsbedarf bei schwacher Befiederung und Unterschreitung der Neutraltemperaturzone (15°C – 24°C)

Im folgendem Pdf findest du auch etwas Allgemeines zum den Energiebedarfsstufen bei Tieren allgemein:

http://www.vmf.uni-leipzig.de/ik/wtierernaehrung/Freier%20Download/VL%201%20Grundumsatz,%20Erhaltungsbedarf.pdf

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Brigitta vom Landtreffforum regte zum vorstehenden an:

Bei den Werten für Temperaturen unterhalb des Thermoneutralen Bereiches muß man aber extrem aufpassen - das gilt nicht bis unter 0° oder unendlich tief, sondern nur für STALL (Boden-)haltung bei ein paar Grad zu wenig!!!

Nicht, das jetzt jemand denkt oder ableitet, er könnte seinem Huhn einfach nur genug Energie ins Futter tun und dann käme es auch draußen und bei Frost zurecht, die Energie muß ja auch verstoffwechselt werden. Und da sind schon bei den ganz normalen ME-Gehalten physiologische Grenzen erreicht, wenn das Futter mehr Energie hat als zu verarbeiten ist, gibt es nicht etwa wärmere Hühner, sondern bloß schneller und dauerhafter kaputte Lebern (FLS)


Zu meinem eigentlichen Artikel meinte sie:

 ...das Zwiebel, Knofi & Co beim Vogel allgemein, oder sogar ausgerechnet beim Huhn genau die selben Wirkungen hätten wie beim Menschen bzw bei Säugetieren, halte ich nicht für richtig. Solche Wirkungen sind ja nicht mal bei den Säugetieren immer übertragbar, denk zB mal an Teebaumöl, von dem Katzen glatt sterben können, oder an die Theobromin-Vergiftung bei Schokolade / Kakao, an der Hunde und Schweine sterben können.
Auch wenn da bei Vögeln im einzelnen noch nicht so viel untersucht ist - das "einfach alles zu übertragen ist", wäre extrem unwahrscheinlich. Ein schönes Beispiel für die "ungleiche" Wirkung bei Vögeln und Säugern ist doch zB auch Quark / Milchprodukte, weil Vögel für den Milchzucker gar keine Enzyme haben. (Lactase fehlt)