Press Ctrl-D to bookmark this page

Zucht und Haltung

Von ABDÜLKADIR TEMEL

Im Islam sind Tierkämpfe jeglicher Art, die als Glücksspiel oder Belustigung dienen, verboten. Islam und Tierschutz Ringkämpfe wiederum sind erlaubt. Der Unterschied zwischen einem Ringkampf und einem wilden Kampf ist der, dass es beim Ringkampf Regeln gibt und bei den wilden Kämpfen nicht.

In der Arena kann das unterlegene Tier nicht fliehen, deswegen wurden Regeln für den Hahnenkampf eingeführt, so dass kein Tier getötet werden kann. Damit die gläubigen Moslems ihr Gewissen beruhigen konnten, veranstalteten sie Ringkämpfe, die auf Ausdauer ausgelegt waren. Dazu wurden die Sporen bewusst etwas abgefeilt oder mit Lappen zugebunden.  

Bei Hintkämpfen wird bei Profis auf 100g Unterschied geachtet, d.h. der Gegner darf nicht mehr als 100g Mehrgewicht haben als der Herausforderer. Kommt es auf beiden Seiten jedoch zu einer einvernehmlichen Einigung, so kann der Gewichtsunterschied auch einige Gramm mehr ausmachen.

Generell dürfen auch keine Jungtiere gegen Alttiere antreten, falls doch, so müssen aus Chancengleichheit die Sporen abgedeckt werden.

Die Hähne sind leider sehr begattungsfreudig, man darf sich nicht wundern, wenn bei einem Hahn mit 4-5 Hennen die Hennen trotzdem kahl auf dem Rücken sind. Aus diesem Grunde sollte man außerhalb der Zuchtzeit die Hähne separat halten und sie nur für ein paar Tage in die Herde lassen.

Eine Hinthenne führt ihre Küken aufopfernd und sehr zuverlässig. Junghennen, die etwas wild und unerfahren sind, lasse ich brüten. Zur gleichen Zeit lasse ich die Brutmaschine laufen und wenn die Küken kurz vorm Schlüpfen sind, nehme ich sie der Mutter weg und lege sie in die Brutmaschine, danach 3-5 Tage unter das Rotlicht. Danach gebe ich der Henne die Küken wieder zurück, nun kann sie die Jungen nicht mehr versehentlich erdrücken, wodurch man keine Verluste zu beklagen hat.

In Deutschland ist der Hahnenkampf verboten, bei einer Nichtbeachtung können hohe Geldstrafen die Konsequenz sein. Nichts desto trotz sollte der Hint als Kampfhahn seinen Kampfgeist behalten und nicht wie Inder, Malaien und andere angebliche Kämpferrassen Salonlöwen werden. Dies erreiche ich unblutig, indem ich Sparringskämpfe mit Junghähnen machen lasse. Ich lasse sie mit 8-10 Monaten bei guten Freunden mit gleichaltrigen Tieren auf fremdem Territorium antreten. Nach einigen Minuten sieht man schon, welches Tier zum Kampf taugt und welches nicht. Die Tiere, die zum Kämpfen nicht zu gebrauchen sind, geben einen herrlichen Braten ab.
P.S. Alles hier Beschriebene ist ohne Gewähr, denn einige persönliche Erfahrungen müssen nicht immer mit den Erfahrungen anderen Züchter übereinstimmen. Denn bei aller Liebe zu unseren Tieren dürfen wir eines nicht vergessen, nämlich, dass die Natur manchmal andere Wege geht als wir es wollen!

 Ausführlich wird dieses Thema  in dem Buch "Hint Horoz" von Abdülkadir Temel und Andi Haller, ISBN 978-3-8334-7105-6 behandelt

Weiterführende Links zum Thema Zucht & Naturbrut: